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[ Astrologisches Online-Seminar ]
11. Lektion:
Wir stellen in diesem Kapitel unseres Online-Kurses das siebten astrologische Prinzip vor. Es hat das Thema
WAAGE - siebtes Haus - VENUS
Die WAAGE ist - was gelegentlich zu wenig beachtet wird, nicht nur das VENUS-Zeichen, sondern zugleich das kardinale (anstoss- und impulsgebende) Luftzeichen. Es geht also um eine ausstrahlende Energie mit Freude am aktiven Ingangsetzen von Dingen und Prozessen - und zwar auf mentaler, vor allem kommunikativer Energie. Ihre Grundqualität zeigt eine klare, offene, auf Berührung und Begegnung angelegte Energiespannung, die den Ausgleich und die Ergänzung sucht, weniger vorwärtstreibt (wie das Gegenzeichen WIDDER) als zusammenführt und vor allem die Tendenz hat, formgebend zu gestalten und Ausgewogenheit zu schaffen. - Ihre Thematik äussert sich daher in der Begegnung mit Menschen und Ideen, um Erweiterung, Ergänzung und ausgewogene Bewegung zu erfahren. Sie braucht die Wechselwirkung in Bezügen und Beziehungen und geniesst die schöne, ausgewogene Form. - Schlüsselwörter sind Begegnung, Ausgewogenheit, Gerechtigkeit, Ästhetik, der Leitsatz lautet: Ich wäge ab und gleiche aus.
Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken: Anregsame Vitalität - Grunderfordernis: harmonisch beschwingte Lebensweise - Reagibel lenksame Energie mit starkem Bezug zum Du - Weltoffene Auffassung: offen, beweglich, ästhetisch anregsam - Blick für alles Schöne und Harmonische - Verbindlicher Ausdruck: tolerant, wenig extrem, Bereitschaft andere und Andersartige zu verstehen, aber auch Angst vor unbequemen Konsequenzen. - Harmonisierung von Gegensätzen zur eigenen Vervollkommnung: starker Wunsch, Harmonie herzustellen, zu erhalten und zu geniessen - Das Leben soll über die Notwendigkeiten hinaus schön, harmonisch, lebendig und anmutig sein - Ästhetische Suche nach Ausgewogenheit und Ausgleich, Bedürfnis nach Gestaltung - Auf Begegnung und Ergänzung angelegt: taktvoll, tolerant, stilvoll, kontaktfreudig, oft aber auch konfliktunfähig und halbherzig. - Sucht Kompromiss und Ausgleich, immer stark auf ein Gegenüber gerichtet, zugleich aber auch auf Unabhängigkeit bedacht.
Mythologisch steht die WAAGE im Zusammenhang mit Amor und Psyche, dem Urteil des Paris, Maat (der ägyptischen Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit) und Themis (der griechischen Göttin der Gerechtigkeit und des Gesetzes) mit ihren Töchtern Eunomia (Gesetz), Dike (Recht) und Eirene (Frieden). - Archetypische Gestalt ist der weise Richter (auch in der Gestalt des Weltenrichters). Der Schatten wird dargestellt durch den ewig Unentschiedenen und Wankelmütigen. - Landschaftsbild: Weite, offene Heidelandschaft, klar und eben, aber auch Parks, Gärten und sanfte Hügellandschaften.
Auf der Ebene der astrologischen Häuser geht es - wie schon mehrfach erwähnt - um Bereiche unseres Lebensraums. Das siebte Haus, das WAAGE- oder VENUS-Haus, bezieht sich in der astrologischen Tradition auf ‚Weiber, Ehen, Verträge', ausserdem geht es um die ‚offenbaren Feinde'.
Grundthema ist also die Begegnung mit dem Du als Verbindung des Ich mit dem Nicht-Ich. Das heisst: Interesse am anderen, Bedürfnis nach Anregung und Umgang, auf andere zugehen, Gemeinsamkeiten suchen. Das heisst aber auch: Auseinandersetzung mit dem Anderssein des anderen, mit den Ansprüchen der Umwelt.
Daraus können sich ‚Verträge' (freie oder legalisierte Beziehungen, die auf Gegenseitigkeit und Zuwendung beruhen) oder Konflikte ergeben (und damit tatsächlich ‚offene Feinde'). - Das siebte Haus sagt also etwas aus über die Art unserer Beziehungen. Es zeigt, was wir in einer engen Beziehung erwarten und warum wir im anderen gerade den Seiten von uns begegnen, die uns nicht bewusst sind, die wir nur schwer akzeptieren und die wir nur mühsam in das Bild unserer eigenen Identität (erstes Haus) aufnehmen können. Und so treffen wir hier auf Partner oder Gegner, je nachdem, ob wir diese Züge ablehnen oder mögen. - Es geht um menschliche Beziehungen auf der Grundlage von Geben und Nehmen, also auch um den Austausch von vitalen Energien und/oder Ideen. - Hier werden Seiten von uns sichtbar, die nur in (intimen) Beziehungen in Erscheinung treten, bezogen auf und hervorgelockt durch bestimmte PartnerInnen. Es wird deutlich, wie wir nicht an sich reagieren, sondern immer in der Begegnung mit anderen.
Auf der sozialen Ebene geht es im siebten Haus um Kontakt, Beziehung, Partnerschaft, aber auch um Konkurrenz, um Vorurteile gegenüber anderen, - darum also, was wir bei und an anderen mögen oder ablehnen. - Das siebte Haus ist daher ein geradezu bevorzugter Projektionsbereich: Bringen wir unsere Energien (symbolisiert durch Planeten in diesem Haus) selbst zum Ausdruck oder erleben wir sie bei anderen und reagieren dann darauf?
Schlüsselbegriffe zum siebten Haus: Begegnung, Zuwendung zum Du, Interesse an anderen - Bindungsstreben und Verbundenheit - Zusammenleben und Partnerschaft - eigene Interessen und Ansprüche der anderen - Geben und Nehmen - Kontrakte und (auch stillschweigende) Vereinbarungen - Konfrontation mit nicht gelebten (erwünschten oder unbewusst abgelehnten) Seiten in uns und bei anderen.
Herrscherin der WAAGE (und damit auch des siebten Hauses) ist VENUS. - Die mythologische Gestalt, dies dieses Prinzip vertritt, ist Aphrodite (Venus), die Göttin der Liebe, Spenderin der Schönheit und der Fruchtbarkeit, des Friedens und der Kunst. - Archetypische Bilder sind die Muse, die Liebende, die Schöne, - ihr Schatten aber die ‚femme fatale', die Hure.
VENUS als Prinzip des Ästhetischen zeigt sich in der Kraft, die Wohlklang, feine Abgestimmtheit, Harmonie des Empfindens und Erlebens will. Das Leben in seiner Dynamik zu geniessen, zu gestalten und möglichst im Gleichgewicht zu erhalten, ist ihr Ziel (auf welchem Niveau sie es auch immer erreichen will).
Diese (weibliche) Kraft bestimmt (wie MERKUR und MARS) das Aufnehmen und Ausströmen von Energie, repräsentiert also auch das Bedürfnis, Liebe, Zuneigung und sinnlichen Genuss zu geben und zu bekommen, ferner unser Bedürfnis nach Zuwendung, Nähe, Angenommensein. Frauen müssen daher oft die Qualitäten ihres VENUS-Zeichens erfahren, um sich weiblich zu führen und zu spüren, was sie in der Liebe und in der Sexualität geben und nehmen wollen; bei Männern repräsentiert VENUS mehr, was sie als anmutig, reizvoll und romantisch empfinden, was sie erotisch reizt und anzieht und was daher ihre Gefühle erregt. - Negativ erleben wir diese Kraft oft, wenn sie in ihren Entsprechungen oberflächlich und äusserlich wird, z.B. als Eitelkeit, Verführbarkeit, Aufdringlichkeit, Distanzlosigkeit oder bei überwertigem Luxus, in sentimentaler Zuwendung oder kitschiger Geschmacklosigkeit.
Körperliche Entsprechungen der VENUS sind die Haut, die Wangen, der Mund, die Schleimhäute, die Schweissdrüsen, die endokrinen Drüsen, die erogenen Zonen, also auch die weiblichen Brüste, die inneren Geschlechtsorgane, ferner die Venen und der Gleichgewichtssinn.
Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.
Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:
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