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[ Astrologisches Online-Seminar ]

12. Lektion:
Wir stellen in diesem Kapitel unseres Online-Kurses das achte astrologische Prinzip vor. Es hat das Thema

SKORPION - achtes Haus - PLUTO

Wenn wir die Tierkreiszeichen als archetypische Symbole fundamentaler Energiemuster betrachten, die sich in unterschiedlichen Arten des In-der-Welt-Seins äussern, dann hat das Zeichen SKORPION die Qualität der festen WASSER-Energie, die durch den Herrscher PLUTO (früher MARS) eine tiefe vitale Spannung erhält. - Es geht also um ein Energiefeld, das geprägt ist durch eine durchdringend-gespannte, tiefe, intensive und zugleich kontrollierende emotionale Kraft, die das Äussere durchstossen und den Dingen auf den Grund gehen will, um sie offenzulegen und aus der Tiefe heraus kompromisslos zu wandeln. Th. Ring spricht vom ‚seelisch Spannungstragenden'.

Themen dieser Energie sind die Stirb- und Werdeprozesse - Tod, Wandlung und Transformation - an die Grenzen der Erfahrung stosssen - tiefe Leidenschaft und Sexualität - Macht und Machtlosigkeit. - Zur Lebensaufgabe wird, die Dinge durch Zerstörung in der Tiefe heil zu machen und dadurch sich selbst aus dem Zwang zur Identifikation zu befreien. - Leitsatz: ‚Ich ergründe und ich begehre'. - Schlüsselwort: Bindung, Festlegung und Loslösung.

Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken: Umsatzkräftige Vitalität mit untergründiger Unruhe und einem vitalen Bedürfnis nach starker Anspannung - starke sexuell-erotische Anziehung - häufige (psychische, aber ins Körperliche eingreifende) Krisen - untersuchende Auffassung mit oft sezierend scharfem, zweiflerischem Denken - problematisch bohrender Geist auf dem Untergrund affektiver Zuständlichkeit, aus der Spannung heraus experimentierfreudig - ambivalente Gefühle, kann und muss immer wieder Trennungsstriche ziehen - drastischer Ausdruck: nennt die Dinge beim Namen - verbirgt aber auch gern die eigenen Absichten.

Zäh, ausdauernd, oft kompromisslos, willensstark, oft provozierend unnachgiebig (bis hin zum Extrem der Zerstörung und der Selbstzerstörung). - Will mit seinem bohrenden Denken alles durchdringen, ist immer auf der (fanatischen) Suche nach der Wahrheit. - Unergründliche, intensive und leidenschaftliche Gefühle und Kräfte, dabei empfindsam, verletzbar, den Extremen der eigenen Gefühle ausgeliefert. - Kann sich ganz einer Sache oder einer Idee verschreiben.

In der Mythologie entspricht der SKORPION dem Motiv von Orions Tod. Auch die Skorpion-Menschen im Gilgamesch-Epos gehören in dieses Umfeld, ferner die Drachen und Untiere des Märchens. - Archetypische Gestalten sind der Magier, der Schamane, Dr. Faustus und (als Schatten) der Vampir. - Landschaftsbild: feuchte, verschilfte, Moor- und Sumpflandschaft, vulkanische Gebiete und Kraterlandschaften, heisse Quellen und Geysire, der Dschungel.

Auf der Ebene der astrologischen Häuser Geht es - wie bereits mehrfach betont - um Bereiche unseres Lebensraums. Hier bezieht sich das achte Haus, das SKORPION- oder PLUTO-Haus traditionell auf Tod, Krankheit und Gift, schwere Angst, aber auch auf Erbschaften und geheime Kräfte.

Beim zweiten Haus brauchen wir Bindungen und Sicherheit, um uns in der materiellen Welt verankern zu können. Es geht dort also um eigenen Besitz. - Jetzt, beim achten Haus, geht es auch wieder um Besitz, aber um die Werte der anderen: Wie können wir teilen? - Wie können wir uns einigen und verbinden? - Was müssen wir dabei loslassen, um innerlich freier zu werden und weiter zu wachsen? - Und wie stimmig sind die Beziehungen, in denen wir leben (Prüfstein der nahen Beziehungen)?

In intensiven Beziehungen, ebenso wie in persönlichen Krisen können wir hier an die Grenzen unserer vitalen Energie kommen: es geht also immer auch um das Thema Tod, Regeneration, Transformation. An diesen Grenzen erleben wir das Hintergründige, das in die lebendige Gegenwart hineinragt. - Ungelöste Probleme aus früheren Beziehungen treten zutage. Mehr noch: Wir steigen in diesen Krisen in die Tiefen unseres Seins hinab und werden konfrontiert mit Trümmern und Schutt von früher. Wir stossen aber auch auf tiefe Leidenschaften, auf das Dunkle und Instinkthafte, auf die noch ungeformte vitale Urenergie in uns, die zum Ausbruch und zur Wandlung drängt. - Wir können hier unsere leidenschaftliche Energie spüren: Sexualität, Neid, Gier, Eifersucht, Wut, Herrschsucht und vieles mehr. - Hier erleben wir also unsere Grenzen und jetzt geht es in Stirb- und Werdeprozessen um Durchbruch, Umbruch und Transformation.

Thema ist also auch das Sterben, der physische, vor allem aber der psychische und spirituelle Tod, den wir als Sterben einer Ich-Identität vielfach im Leben erleiden, - die Trennung, der Abschied, die Auflösung, wenn wir Personen, Situationen und Dinge zurücklassen, damit Neues entstehen und damit wir weitergehen können (Transformation als Selbsterneuerung). - Hier erfahren wir auch die Distanz zum Haften und zum (äusseren) Besitz, das Über-uns-hinausgehen, das Loslassen unseres Ego. - Geschehen kann dieses Loslassen des Ego auch in der Übernahme einer Aufgabe für die Gemeinschaft, eines höheren Auftrages oder auch in der Übernahme von Macht (die nicht zum Ziel führen wird, wenn sie nur persönlich genutzte Macht ist). - Au der sozialen Ebene ist aber gerade dies eine häufige ‚Lösung' des Themas: Streben nach gesellschaftlicher macht, nach sozialem Ansehen, nach Geld. - Projektiv wird diese Variante des Themas oft gelebt im Angezogenwerden durch (extreme) Persönlichkeiten mit starker Ausstrahlung (über Macht, gesellschaftliche Position oder sexuelle Anziehung).

Schlüsselbegriffe zum achten Haus: Wandlung und Grenzen - Stirb- und Werdeprozesse - Durchstossen zum Lebenshintergrund - Festhalten, Teilen und Loslassen - Umbruch, Durchbruch und Transformation - Aufgaben, Pflichten und Machtbedürfnisse - Ausstrahlung und geheime Kräfte.

Herrscher des SKORPION (und damit auch des achten Hauses) ist PLUTO . Er war (bei den Griechen unter dem Namen HADES, das heisst ‚der Unsichtbare') in der antiken Mythologie ursprünglich der Totengott und Herrscher in der Unterwelt. Seine Gemahlin PERSEPHONE war die Herrscherin über die Toten, die sich als Schatten ihres ehemals lebendigen Wesens für ewig im Hades aufhielten, einem öden, abwechslungslosen Wohnsitz, wo sie auf unbeteiligten, mechanische Art ihrer früheren Tätigkeit nachgingen.

Da sein Name angeblich Unheil brachte, wurde HADES - PLUTO als ‚der Reiche' bezeichnet oder als ‚Zeus der Unterwelt'. Er galt den Griechen und den Römern als grimmige, kalte Gottheit mit grosser Strenge und Konsequenz, aber nicht als böse oder ungerecht.. Er war ein Bruder des ZEUS - JUPITER und des POSEIDON - NEPTUN. Sein Reich der Schatten stand für das Wissen aus der Tiefe, für die Erfahrung von Tod und Wiedergeburt. - Archetypische Gestalten für diese Kraft sind der Magier und der Schamane.

PLUTO symbolisiert die tiefgründig-leidenschaftliche, explosiv-gespannte, zum Umbruch und Umsturz führende, transformierende Kraft in uns. Mit dieser Kraft leben wir aus der vitalen Tiefe unseres Selbst heraus (teilweise in temporären Entlastungszeiten und momentanen Ausbrüchen, bei höherer Bewusstheit aber auch in Lebenskrisen, die zu Umwandlungen unseres ganzen Lebenszusammenhangs führen können). Erfahrungen mit dieser Kraft in uns haben immer mit Macht und Ohnmacht, mit Abhängigkeit und oft auch mit Verstrickung und Besessenheit zu tun. - Mit dieser Kraft dringen wir durch die leidenschaftliche Macht unserer Gefühle und Gedanken in die eigene Tiefe vor: wir suchen nach der Intensität des Erlebens. Das kann zu einem schwer zu steuernden Drang zu tiefgreifenden Veränderungen bei sich und bei anderen führen (letzteres zum Beispiel auch im Fall der Projektion nach aussen). - Der Schatten dieser Kraft liegt dann im Überwältigtwerden durch unbewusste Kräfte (Zwang, Besessenheit, Destruktivität, Fanatismus, aber auch Kontroll- und Machtsucht etc.).

PLUTO vertritt also das Prinzip des Gestaltwandelnden und steht so für Verwirklichung und Transformation, für die Sehnsucht und das innerste (unbewusste) Bedürfnis des Menschen, sein höheres Selbst zu entwickeln, zu erhalten und zu leben, die sozialen Masken abzulegen, aus den bürgerlichen Eierschalen zur ureigensten Gestalt durchzubrechen und die dahinführenden Wandlungsstufen zu durchlaufen (Th. Ring).

Im körperlichen Bereich stehen PLUTO-Kräfte in Beziehung zur Fortpflanzung und Arterhaltung (DAN), also auch zu den Keimdrüsen und ihren Hormonen, ferner zu den Vorgängen des Aussonderns und Ausstossens des für den Organismus Unbrauchbaren (Körperschlacken, Exkremente und die dazugehörigen Organe und Organfunktionen. - Bei Krankheiten können sich PLUTO-Kräfte in langsamen, allmählichen Wandlungsprozessen zeigen, bei denen tiefe, aufgestaute oder abgespaltene Energien mit starker (unkontrollierbarer) Gewalt zur Umwandlung und über die Zerstörung zur Transformation führen: eine Ordnung wird von innen heraus zerstört, um einer neuen Ordnung Platz zu machen.


Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.

 


Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:

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