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[ Astrologisches Online-Seminar ]
13. Lektion:
Wir stellen in diesem Kapitel unseres Online-Kurses das neunte astrologische Prinzip vor. Es hat das Thema
SCHÜTZE - neuntes Haus - JUPITER
Beginnen wir wieder mit dem Tierkreiszeichen. Die durch den SCHÜTZEN symbolisierte fundamentale kosmische Energie ist gekennzeichnet als bewegliche FEUER-Energie, die geprägt ist durch die expansive, vorwärtstrebende Kraft des JUPITER. - SCHÜTZE ist also eine expansive, vorwärts und aufwärts strebende leichte, bewegliche und doch zugleich zentrierende (und zentrierte) Energie, die in die Weite will und optimistisch (gelegentlich enthusiastisch) vorwärtsdrängt, immer ansprechbar durch Neues, Weiterführendes.
Zu ihrer Thematik gehört daher: Bewegung, Erweiterung des Horizonts, Suche nach Sinn, Wert und Bedeutung. - Daseinssinn und Weltanschauung, ganzheitliche (gläubige) Betrachtung, soziales Engagement. - Erkenntnis und Einsicht suchen, - und auch anderen vermitteln. - Lebensaufgabe: Sinn finden, verkünden und Wegweiser sein. - Leitsatz: ‚Ich begreife. Ich verstehe. Ich glaube'. - Schlüsselwort: Einsicht, Synthese, Expansion.
Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken: Aufschiessende Vitalität, affektiv reizbar, begeisterungsfähig, ungeduldig bei der Zielverwirklichung. Gehobene Stimmung bei Brennpunkten, dann aber auch wieder Absinken zu Tiefpunkten. - Begeisterungsfreudige Auffassung: sinnsuchend ausgerichtet auf Fernziele, Vorbilder, bedeutende Ideen. Expansive Anspannung, Leistungswille, Wechsel von Aufschwung und Absinken. Friedliche Problemlösungen, selten radikal. - Freimütiger Ausdruck: gelegentlich impulsiv, eigenwillig und hochfahrend, oft aber auch duldsam und etwas feierlich, vornehm distanziert. Verfechter idealer Werte (gelegentlich eifernd bis lehrhaft).
Leistungs- und Bewegungsfreude, kann sich selbst motivieren, wird aber auch rasch von neuen Ideen angesprochen. Weltoffen, strebt nach Höherem, kann aber manchmal auch arrogant als Blender und Aufschneider auftreten. - Weiter Horizont, liberaler Geist, getragen von Überzeugungen, hat immer grosse Pläne und Ziele. Begeisterungsfähig, optimistisch, oft enthusiastisch und idealistisch mit hohem Freiheitsbedürfnis. - Gelegentlich Hang zur Übertreibung oder missionarischer Drang. - Schattenfiguren sind der Eingebildete, der Scheinheilige, der Blasierte.
Mythologisch entspricht dem SCHÜTZEN der Kentaur als Zwischenwesen mit Triebnatur und geistigem Streben. - Archetypische Gestalten sind der Priester, der Missionar, der lehrende und führende Meister. - Das Landschaftsbild: grossartig ausladende Landschaften - üppige Wälder und Haine - eine weite, offene und doch abwechslungsreiche Landschaft mit Barockkirchen und prächtigen Bürgerhäusern.
Auf der Ebene der astrologischen Häuser, die sich auf die Bereiche unseres Lebensraumes beziehen entspricht das neunte Haus traditionell den Themen Religion, Weisheit, Wissenschaft, aber auch den weiten Reisen (in fremde, entlegene Gegenden) von langer Dauer und Zurüstung.
In diesem Haus geht es also weit aus unserem engeren, alltäglichen Lebensraum hinaus, in dem wir uns auskennen und in dem wir funktionieren. Es geht - über uns hinaus - um Sinn und Zweck unseres Daseins, um das Warum und Wozu unserer Existenz, auch um die Suche nach der Wahrheit und nach den Grundmustern und Urgesetzen des Lebens. Daher hat hier unser Interesse an ‚Bildung' seinen Platz, an Erweiterung des Horizonts, an Philosophie, Religion, Weltanschauung, an der Beschäftigung mit ‚den letzten Dingen'. Hier entsteht das Bedürfnis nach einer eigenen Lebensphilosophie oder - bescheidener - nach einer Rückbindung und dem inneren Halt durch einen Glauben.
Im Gegensatz zum konkreten Verstand des dritten Hauses hat hier der ‚höhere' Verstand seinen Raum, der Abstraktion, Intuition und symbolschaffende Fähigkeit bedeutet. Ihm geht es nicht nur darum, die Dinge und Ereignisse zu erfassen, wahrzunehmen und einzuordnen, er will sie vielmehr ganzheitlich verstehen und mit Sinn und Bedeutung erfüllen (zu MERKUR kommt also JUPITER). - Hier genügt uns die pragmatische Bewältigung des Alltags nicht, wir spüren Zielstrebigkeit und Entwicklungsdrang, wollen ins Überpersönliche vorstossen und dadurch diesen Alltag umgestalten, ihm Bedeutung verleihen, indem wir über das Übliche, Angestammte hinausgehen, das ‚Normale' überschreiten. Das Leben kann dadurch neue Dimensionen gewinnen, unsere Erfahrung gelangt auf eine andere Ebene (die ‚weitenReisen' der Alten). - In diesem Lebensbereich expandieren wir ins Weite, ins ‚Höhere' und da geht es um Entwickeln, Fördern, Lehren.
Unser Thema sind hier auch unsere Werte und Ideale, das heisst alles, was wir anstreben, was uns zum Leitbild (oder auch nur zum Wunschbild) wird. Hier entwickeln sich die Leitziele und Leitlinien unseres Lebens; wir identifizieren uns mit all unserer Begeisterung für Ideale und Vorbilder, die ebenfalls über uns hinausreichen und die uns emporstreben lassen (auf welchem Niveau sich das auch immer abspielen mag). - Und hier zeigen sich nicht zuletzt auch unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte nach Freiheit und unsere Ansprüche, die wir an uns selbst und an andere haben.
Psychologisch finden wir also in diesem Haus das Bedürfnis nach Bewusstseinserweiterung, die Suche nach neuen Möglichkeiten grosszügiger und ganzheitlicher Lebensgestaltung. Wir entwickeln ggf. die Sehnsucht, den (banalen) Alltag zu verlassen, um neue Begegnungen zu erleben und neue Perspektiven zu finden. - Auf der sozialen Ebene kann sich das als Bedürfnis zeigen, Freiräume zu gewinnen, nicht festgelegt zu sein, sich erweitern zu können, - auch in neuen Formen des Denkens und Verhaltens. - In der Projektion leben wir diese Wünsche oft im Angezogenwerden durch Lehrer- oder Guru-Figuren, die ein neues Weltbild oder auch nur einen neuen Lebensstil verkörpern.
Schlüsselbegriffe: Ganzheitliche Auffassung, in neue Dimensionen des Denkens und Erlebens vorstossen - Leitziele - Ideale, Wertorientierung, Lebensplan - Weltbild, Sinnfindung - Sehnsucht nach Weite, Reisen, aber auch Spiritualität - aus dem Alltag herauswollen, aber auch in Träume fliehen.
Der Herrscher des SCHÜTZEN (und damit auch des neunten Hauses) ist JUPITER, dem mythologisch der griechische ZEUS entspricht. Er ist der ‚Erleuchter', der Götterkönig, der Herrscher auf dem Olymp, der Herr über Blitz, Donner und Sturm, der Hüter von Recht, Freiheit, Sitte und Ordnung. Das Universum und die Welt unterstehen seinem Gericht: Er ist der Beschützer der Städte, der Deuter des Schicksals, der Beschützer der Gastfreundschaft, der Fremden und Reisenden. - Als archtypische Bilder entsprechen dieser Kraft: der Hohepriester, der Missionar, der Philosoph.
JUPITER vertritt das Prinzip des Sinngebenden, der Wertgerichtetheit - und zwar in der Gestalt des Sinnsuchenden und des Sinnschaffenden. Das bedeutet auf der einen Seite psychologisch das Bedürfnis nach Entfaltung und Verwirklichung von (komplexen) Fähigkeiten, das Bedürfnis nach persönlichem Wachstum. Auf der anderen Seite zeigt sich diese Kraft in der Suche nach Höherem, Erfüllendem, im Sicheinfügen in eine umfassende Einheit und Ganzheit. - Der JUPITER in uns mit seiner expandierenden, gestaltenden, optimistischen Wachstumskraft steht also für Sinn, Glauben, Vertrauen, für Ideale und Werte. Es geht um Wachstum, das dem individuellen Leben Auftrieb und Glücksgefühl verleiht und spürbar wird in der (äusseren und inneren) Ausweitung und Expansion und gleichzeitig in eine ganzheitliche Ordnung hineinführt. Vom angestrebten Erfolg her will entwickelt diese Kraft oft Hoffnung, Zuversicht, Optimismus, Fülle, manchmal auch Erfolg und Würde. Sie spiegelt ein grosses Vertrauen in sich selbst und in das Leben mit Grosszügigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Gerechtigkeit, - insgesamt also mit der Gabe, übergeordnete Sinnzusammenhänge zu erfassen und sein Leben danach auszurichten.
Mit negativem Ausdruck begegnet uns dies allerdings oft auch als Überschätzung der eigenen Person mit selbstgefälligem und selbstherrlichem, überheblichem Verhalten. Die Kraft des JUPITER äussert sich dann oft übertrieben mit äusseren Attributen, auch in vorgetäuschten, unechten Haltungen und vor allem in überhöhten Ansprüchen an das Leben und in überspannten Erwartungen an andere Menschen.
Körperliche Entsprechungen: Wachstum, Flüssigkeitsanreicherung, Leberfunktionen, Zellwachstum, Glykogenhaushalt, Fettablagerungen, ggf. bei Störungen oft in unkontrollier-tem Wachstum.
Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.
Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:
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