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[ Astrologisches Online-Seminar ]
14. Lektion:
Wir stellen in diesem Kapitel unseres Online-Kurses das zehntes astrologische Prinzip vor. Es hat das Thema
STEINBOCK - zehntes Haus - SATURN
Die durch das Tierkreiszeichen STEINBOCK symbolisierte fundamentale kosmische Energie ist gekennzeichnet durch die Qualität der kardinalen ERDE. - Es geht also um eine spröde, kraftvoll-zentrierte, beharrliche, disziplinierte Energie, die Festigkeit und Struktur schafft, langsam und zäh vorwärtsdrängt oder auch die eigene Kraft wuchtig in sich aufstaut.
Zu ihrer Thematik gehören: Ordnung und Struktur aus Verantwortung. - Disziplin, Zielstrebigkeit, Leistung und Pflichterfüllung als allgemeine Prinzipien. - Klare Spielregeln und Normen. - Suche nach Erfolg und Anerkennung. - Lebensaufgabe: Arbeiten, leisten, konsequent Recht und Ordnung vertreten und dabei die eigene persönliche Integrität schaffen und bewahren. - Leitsatz: ‚Ich schaffe Ordnung, Struktur und Klarheit. Ich vollende. Ich bin verantwortlich'. - Schlüsselworte: Zielsetzung, Pflichterfüllung, Disziplin, Beschränkung.
Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken: Verhaltene Vitalität: zähflüssig, widerstandsfest, sparsam in der Ausgabe des Gesamtvorrats, verhärtende Tendenzen, innere und äussere Haltung. - Feststellende Auffassung: nüchtern, sachlich, erfahrungs-gebunden, sperrig gegen Gefühlseinfluss, eng-fixierend, Tendenz zum Gesetzmässigen, konservativer Zug. - Formalistischer Ausdruck: prägnant, sparsam, karg, oft schmucklos, sachbezogen, im Persönlichen zurückhaltend. - Übernommene Aufgaben werden pflichtbewusst und mit elastischer Beharrlichkeit erfüllt und zu Ende gebracht. Es geht dabei um die Sache, um die Erfüllung selbstverständlicher Normen. Verantwortungsgefühl und Konsequenz, bei der oft nur greifbare Ergebnisse zählen. - Fleissig, zuverlässig, nüchtern und tatkräftig, aber auch permanenter Leistungsdruck und oft starres Festhalten an alten, bewährten Mustern und Strukturen. - Ein Macher, der weiss, was zu machen ist und was nicht. Praktisches Denken, in allem tiefgründig und konzentriert, dadurch aber oft auch bei hohem Ernst zu eng zentriert und nicht immer leicht umstellungsfähig. - Ernst, verlässlich, eher vorsichtig und zögernd im Kontakt, aber treu. Gelegentlich (emotional) verschlossen und reserviert, verleugnet oft seine emotionalen, weichen Seiten (die dann gelegentlich rührselig-sentimental in Erscheinung treten können).
In der Mythologie finden wir hier die Titanen, den Kampf zwischen dem Bewahren der alten Struktur und dem Umsturz durch das Neue. Wir finden hier aber auch Atlas und alle mythologischen Gestalten, die Lasten tragen und so die Welt aufrecht erhalten. - Archetypische Gestalten sind der Patriarch, der Eremit, ferner Könige und Vatergestalten. - Das Landschaftsbild: Felsige, karstige Gebiete und Gebirgslandschaften, zerklüftete Schluchten, Gletscher.
Auf der Ebene der astrologischen Häuser, die sich auf die Bereiche unseres Lebensraumes beziehen, bedeutete das zehnte Haus für die Alten das ‚königliche Haus' - mit Würden, Ehre, Ruhm, Amt. Ausserdem war es immer schon das Haus der Mutter.
Dieses Haus zeigt, welche Position wir in der Öffentlichkeit einnehmen (wollen), wie wir uns hier geben, welches Bild von uns wir unseren Mitmenschen präsentieren, - unser Aushängeschild in der Öffentlichkeit. Dabei geht es immer auch um Eigenschaften und Haltungen, die wir anstreben und für die wir anerkannt, respektiert und bewundert werden wollen. Dieses Haus zeigt also auch, was wir an Bedeutsamem hervorbringen, was wir erreichen wollen: unseren Status, unseren Platz in der Welt. - deshalb hat dieses Haus viel zu tun mit unseren Zielen, mit dem, was wir anstreben, - und damit auch oft mit Leistung und Beruf (unsere Einstellung zu Beruf und Öffentlichkeit, auch die Art und Weise unseres beruflichen Verhaltens), mit unserer ‚Karriere'. - Die hier symbolisierten Themen sind im umfassenden Sinn: Wohin will ich gehen? - Welche Fähigkeiten und Eigenschaften muss ich dazu erlernen und entwickeln? - Was ist letztlich meine Berufung? - Welche Lebensaufgaben will ich einlösen, um der zu werden, der ich bin?
Wir schaffen uns hier also Anerkennung und verwirklichen durch unser Tun, vor allem durch unseren Beruf Ziele in der äusseren Welt, für die wir uns eigentlich bereits in der frühen Kindheit entschieden haben: Ich zeige euch, dass ich es zu Ansehen und zu einer (Macht-) Stellung bringen kann. - Hier werden also neben Leistung und Position auch Elternforderungen deutlich: sie führen zu Leitbildern, mit denen wir uns identifizieren, um Zielstrebigkeit, Disziplin und Struktur in unser Streben zu bringen. Hier müssen wir uns unter Normdruck selber beweisen. - Es geht ausserdem auch um die Beziehung zur Autorität (oder um eine letztlich nur autoritäre Haltung): Wie gehen wir mit der eigenen Autorität um - und mit der Autorität anderer? - In diesem Haus zeigt sich weiterhin auch das Bild des früh bestimmenden Elternteils (gewöhnlich der Mutter), sowie um die Beziehung zwischen unserer Art der Mutterbindung und der Weise, wie wir später dem Leben begegnen.
Auf der psychologischen Ebene finden wir daher hier häufig Züge des Eltern-Ich (und auch des Über-Ichs), Massstäbe und Ziele unseres Lebens, die in Gefahr stehen, zum Zensor zu werden. - Auf der sozialen Ebene zeigt sich - wie bereits betont - das Bedürfnis, Anerkennung und Autorität zu erlangen. Deutlich wird dadurch auch die Beziehung zu Vorgesetzten und äusseren Autoritätspersonen. - In der Projektion können Themen dieses Hauses gelebt werden durch Bewunderung für ‚Helden', ‚Starke', ‚Herrscher' etc.
Schlüsselbegriffe: Öffentlichkeit - Aufgaben und Position im Lebensraum - Anerkennung, Stellung in der Gesellschaft, Karriere und Selbstverwirklichung - Beruf, Berufung und Führung - Autorität oder Anmassung.
Der Herrscher des STEINBOCK (und des zehnten Hauses) ist SATURN (der griechische CHRONOS). Von diesem wird in der antiken Mythologie berichtet, dass er gegen seinen Vater URANUS rebelliert und ihn entmannt hat. Aus Angst vor dem gleichen Schicksal frass er dann seine eigenen Kinder auf; nur ZEUS / JUPITER entkommt ihm, tötet ihn später und befreit seine Geschwister. - SATURN / CHRONOS ist der Herr der Zeit, der Hüter der Schwelle zwischen Leben und Tod, zwischen Zeit und Ewigkeit. - Archetypische Bilder sind der alte weise Mann und der Eremit, Schattengestalten sind der Verbitterte und der ständige Widersacher.
Th. Ring spricht bei der SATURN-Kraft vom Prinzip des Grenzsetzenden. Bei dieser strukturierenden, begrenzenden, vertiefenden, konzentrierenden und integrierenden Kraft geht es um Erfahrung, um Prägung. Im Gegensatz zur JUPITER-Kraft finden wir hier die Kraft des Festigens, Bewahrens, Erhaltens, Bestandsicherns. Es geht also letztlich weniger um rasche, bewegliche Umstellungsprozesse oder Entwicklung, sondern um Grundsätze, um Strukturen, um das Feste, Tiefe, Haltgebende, - aus der Lebensangst heraus dann aber auch um das Starre und Erstarrte, um das Begrenzende, Konservative, um die Kraft, die weniger nach Erleben als nach Gesetzen sucht. Daher kann sich diese Energie auch als Geduld, Konzentration, Ausdauer (bis hin zur Sturheit) äussern, aber auch als Zurückhaltung, Abwehr von Neuem oder emotional Lebendigem. So hat diese Kraft auch viel mit der Gewissensbildung zu tun und mit dem Festhalten (und Festgehaltenwerden) an übernommenen Normen, Geboten und Richtlinien, kurz mit dem Über-Ich im Sinne von S. Freud.
Wenn also alte Lebensmuster starr und bedrückend werden, wenn sich schleichend Angst entwickelt, die wir unter Druck vorsichtig und oft mit hoher Anstrengung zu kompensieren versuchen, - dann spüren wir in uns die Kraft des SATURN-Prinzips. - Und so ist er auch der ‚Hüter der Schwelle': Nur, wenn wir diese Spannung mutig und kreativ annehmen und überwinden, uns neuen Erfahrungen öffnen, können wir auf eine neue Ebene des Erlebens und der Erfahrung kommen. - So zeigt uns die SATURN-Position im Kosmogramm, wo wir zu Hemmungen und Unsicherheiten neigen, wo unsere Energie blockiert und eingeschränkt ist, wo wir also aus Spannungen heraus eine verkrampfte Einstellung entwickelt haben: Wenn wir diese Energien überbetonen oder ihnen vorsichtig-ängstlich ausweichen, führt das zu einer Einschränkung des natürlichen Energieflusses.
Die SATURN-Kraft in uns macht es uns möglich, uns abzugrenzen, führt aber auch in der Begegnung mit unserer Welt und Umwelt zum Erleben von unangenehmen, belastenden und einschränkenden Grenzen (bis zur Zurückgezogenheit, zur Isolierung und zum Gefühl des Alleingelassenseins). Diese Kraft bedeutet Struktur, Zentrierung, Pflicht, Verantwortung, Gesetz und Ordnung. - Problematisch wird es dort, wo diese Kraft sich in der Verhärtung zeigt, in der Unbeugsamkeit, im inneren Zwang, in der rigiden Verdrängung von Gefühlen, in der Gehemmtheit und in der meist dahinterstehenden Lebensangst. - Entwicklungsziel dieser SATURN-Kraft ist eigentlich die selbständige, gefestigte und sozial tüchtige Persönlichkeit, die ihre tatsächlich gegebenen Fähigkeiten verwirklicht, sich auf Wesentliches konzentriert und so eine realistische Grundhaltung und vertiefende Lebenserfahrung entwickelt.
Körperliche Entsprechungen dieses Prinzips sind: das Knochengerüst, das uns Halt und Stütze gibt, die Gelenke, der Kalkhaushalt, das Stütz- und Bindegewebe, die Zähne, die weissen Blutkörperchen
Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.
Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:
=> zum Diskussionsforum "Online-Seminar"
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