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[ Astrologisches Online-Seminar ]
16. Lektion:
Wir stellen in diesem Kapitel unseres Online-Kurses das zwölfte und letzte astrologische Prinzip vor. Es hat das Thema
FISCHE - Zwölftes Haus - NEPTUN.
In der Mythologie stehen für dieses Zeichen oft Fische, die in Sagen oder Legenden den Helden retten, indem sie ihn verschlingen und nach einer Läuterungsphase wieder ausspeien, - aber auch die Meeresgötter, wie eben NEPTUN. - Archetypische Gestalten sind der Seher und der Samariter. - Das Landschaftsbild: Dunkle, waldige Höhen und Täler, die im Nebel liegen, durch den fahl die Sonne schimmert.Oder auch Unterwasserlandschaften, Inseln und unbesiedelte einsame Gegenden (Fjorde).
Th. Ring nennt den Grundzug des Tierkreiszeichens FISCHE das ‚seelisch Teilhabende'. - Es geht also um ganzheitlich fleissende (und oft zerfliessende), durchlässige, passiv spürende, hellsichtige und empfindsame Energie, die feste Strukturen auflösen und diffus machen kann, die aber auch frei macht. - Ihre Thematik ist: Sehnsucht nach Transzendenz, Spiritualität und Erlösung. - Die Auflösung des Vordergründigen und die Suche nach dem, was hinter den Dingen der Wirklichkeit steht. - Erweiterung des Bewusstseins und Ahnung des Ganzen. - Gefühlsmässiges Verströmen, Hilfsbereitschaft, Opfer, All-Liebe und grenzenlose, verschmelzende Anteilnahme. - Die Lebensaufgabe: Verschmelzen mit den Menschen und mit der Welt vs. Entwicklung einer festen Ich-Identität. - Leitsatz: Ich ahne. Ich glaube. Ich liebe. - Schlüsselworte: Erlösung, All-Einheit.
Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken: Verfeinerte Vitalität: reagibel, nach allen seiten offen, schankend und oft anfällig, doch meist elastisch sich wiederherstellend. Im unangeregten Zustand schlaff und bequem. Manchmal Umschlagen der Über-sensibilität in Betäubung und Empfindungslosigkeit. - Mitschwingende Auffassung: phantasievoll-beweglich, schweifend, fliessend, Eindrücken ausgeliefert, einfühlsames Geschehenlassen, ganzheitliches Ewrfassen in einem die Einzelheiten verschmelzenden Stimmungston, Umschlagen von still-beschaulicher Hingabe zu intensivem Mitgerissenwerden, dann wieder Umschlagen in panikhafte Abwehr, in Wellen verebbende Erregung. - Oft wechselnde, wenig nachhaltig oder auch umwegig betriebene Interessen. Gelöst-fluktuierendes, universalistisches Denken, begrifflich oft unscharf, mehr bildhaft-beschreibend als logisch diszipliniert, oft unklar und weitschweifig. - Zartfühlender Ausdruck: Geht leicht auf Anregungen ein, haltungsmässig angepasst, gelegentlich unsicher-nachgiebig, friedliebend, vermittelnd, leicht durch die Atmosphäre störbar. Oft träumerische bis exaltierte Grundstimmung.
Feines, übersensibles Gespür für eigene Regungen und auch für andere, hilfsbereit, aufopfernd, uneigennützig und (als Schattenseiten) Flucht in Krankheiten und Verstörtheiten, ewiges Opfer, zugleich aber mächtig und manipulierend durch die eigene Hilflosigkeit. Auch innere Haltlosigkeit mit äusserer Scheinanpassung. -
Feine Intuition, erahnt und erspürt das Wesentliche, lebt in Bildern, Träumen und in der Phantasie. Aber auch verschwommen und versponnen im Denken, undurchsichtig und schwer fassbar in der persönlichen Haltung. - Feinfühlig, verletzbar, mimosenhaft empfindlich mit Feingespür und Opferbereitschaft. - sehnsucht nach Verschmelzung und allumfassender Liebe. - Gefühlvoll, verführerisch und verführbar.
Auf der Ebene der astrologischen Häuser, die sich ja auf die verschiedenen Bereiche unseres Lebensraums beziehen, bezog sich das Zwölfte Haus, genannt ‚Genius malus', in der traditionellen Astrologie auf versteckte Feinde, Widersacher, Trauer, Kerker, Mühseligkeit, - auf viele Geschehnisse also, die aus dem Hinterhalt kamen.
Dieses Haus galt also schon immer als karmisches Haus, als Ort der Prüfungen und der Läuterung, als ein Lebensbereich, in dem der Mensch sich zurückzieht, in dem er sich auch als abseits und ausgeschaltet, isoliert fühlt, - unabhängig davon, ob er isoliert wird oder sich selbst isoliert. Die Kräfte sind also nach innen gewandt. Es geht um Ruhe und Einkehr, Zeit für sich selbst, aber auch um Sensibilität für innere Prozesse (aber weiterhin auch um Heimlichkeiten und Verdecktheiten).
Die hier angesiedelten Planetenkräfte können oft nicht offen und direkt zum Ausdruck kommen: entweder stellen sie Ideale dar, die - wenn sie zu früh nach aussen drängen - auf Widerstand stossen oder es handelt sich um karmische Energien, die wohl nicht immer die situationsangemessene Form finden. Auf alle Fälle kann es sein, dass sie in der Kindheit ‚unpassend' erschienen und in der Folge dann verdrängt worden sind, so dass sie jetzt oft nur unklar zum Ausdruck kommen, meht nach innen gelebt (und nach aussen projiziert oder kompensiert) werden. - Dadurch entstehen aus ihnen Erlebnis- und Verhaltensmuster, die unterhalb der Bewusstseinsschwelle wirksam sind oder auch verborgene Kräfte und Schwächen in uns, die eine Verwirklichung unserer bewussten Ziele unterminieren (können).
Durch den Rückzug, den wir in diesem Lebensbereich erleben (der übrigens auch Flucht sein kann), nehmen wir uns und unsere Energien zurück. Daraus kann sich ein sehnsüchtiges Bedürfnis nach Auflösung entwickeln, nach Aufgeben des Selbst, nach Aufgehen in etwas Grösserem, eine starke Sehnsucht, die individuelle Vereinzelung zu transzendieren (mystische Erfahrung) - und dagegen steht der Wunsch des Selbst, sich zu bewahren, oft mit der Angst vor dieser Auflösung und dem Verlust des Selbst. - Im Zwölften Haus will der Mensch also über die Grenzen seiner inzwischen aufgebauten Ich-Identität hinausgehen, die dadurch destrukturiert werden kann. Daher macht es ihm Mühe, seine fest umrissene Identität zu leben, eine klare und bestimmte Zielsetzung zu verfolgen: Bei Transiten ist es wie vor einer Neugeburt, die aber in ihrer Ausrichtung noch unklar und diffus ist, aber bereits sehnsuchtsvoll erwartet wird.
Auf der psychologischen Ebene zeigt sich die Thematik dieses Hauses oft durch verdrängte oder/und kompensierte Energien, die entweder als Schwächen oder Problembereiche in Erscheinung treten oder aber durch besondere Leistungen (zunächst im Stillen) überspielt werden. Daraus entsteht häufig das Bedürfnis, zu helfen und so das Persönliche zu transzendieren (oder auch das innere Chaos, die Auflösung zu bewältigen). - Auf der sozialen Ebene finden wir daher häufig helfende Berufe; es kann dann zur Konfrontation mit sich selbst kommen, wenn diese Aufgaben wegfallen. - Projektiv werden diese Themen ausgelebt durch verborgene Feindschaften.
Schlüsselbegriffe: Innerlichkeit und Anonymität - Alleinsein, Rückzug, Isolation, sich isoliert fühlen - Selbstbesinnung, in sich gehen - Transzendenz, der nicht-weltliche Mensch, aber auch Flucht ins Irrationale - das verborgene in uns, karmische Aufgaben - nicht nach aussen gelebte, verdrängte, kompensierte Energien in uns - helfende und heilende Kräfte - mystische, spirituelle Erfahrungen.
Der Herrscherdes Tierkreiszeichens FISCHE ist NEPTUN. In der griech. Mythologie war er (griech. POSEIDON) der Gott der Meere und Gewässer. Er lebte in seinem Palast unter dem Wasser und durchkreuzte die Meere mit seinem Streitwagen. Dadurch verkörperte er in der Antike die Gewalt des Meeressturms (und der Erdbeben). - Archetypische Gestalten sind für uns heute der Mystiker, der Seher und der Märtyrer; Schattengestalten sehen wir im ‚Spinner' und im Süchtigen.
Die Kraft des NEPTUN in uns zeigt sich im Prinzip des Grenzüberschreitenden und so finden wir ihren Ausdruck dort, wo wir im Allgefühl Massstäbe und gestalthafte Grenzen überschreiten, wie wir es zum Beispiel in der Imagination (konkret etwa im Tagtraum) erleben können: das kann zur Ahnung, zur Einsicht und zur Hellsichtigkeit führen, zur visionären Schau von rational nicht Fassbarem, aber auch zur realitätsverleugnenden Täuschung, zu Wunschträumen und Utopien, zur Selbsttäuschung durch Auflösung der Realität und dadurch zum Sich-Verlieren im Irrealen.
In dieser Kraft erleben wir also die ‚kosmischen Antennen' eines Menschen (Banzhaf-Häbler), seine Fähigkeit und Durchlässigkeit, auch Übersinnliches zu erspüren und zu erahnen (Inspiration). Hier haben wir aber auch die Kraft der Sehnsucht, das Bedürfnis, über die Grenzen des Alltags hinauszukommen zum Spirituellen. - Die Position des NEPTUN im Kosmogramm zeigt uns also den Lebensbereich, in dem wir über uns hinausstreben, empfänglich, sensibel und durchlässig sind für Gedanken und Emotionen, die nur gespürt und oft nicht benannt werden können.Hier finden wir Einfühlungsvermögen, Mitschwingungsfähigkeit, Mit - Leiden, aber auch Verführbarkeit und Schwierigkeit in der Abgrenzung, Orientierungslosigkeit, Verwirrung und Sich-treiben-lassen.
Im körperlichen Bereich zeigen sich NEPTUN-Kräfte in passiv-fliessenden, oft diffus-unklaren Prozessen, die zu einer zunehmenden Sensibilisierung und Durchlässigkeit führen. Alles Feste und Strukturierte wird geschwächt, gelähmt und aufgelöst. - Universeller Ausdruck des organischen Chemismus.
Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.
Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:
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