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[ Astrologisches Online-Seminar ]

2. Lektion:
Astrologie als Symbolsprache - Die Symbole und ihre Entsprechungen.

Inhalt dieser Lektion:

Wir haben bereits ausgeführt, daß wir heute in der Astrologie natürlich nicht mehr vom Einfluß übermächtiger Wesen auf unser Schicksal sprechen. Es geht auch nicht um ‚naturwissenschaftlich' verstandene Einwirkung der Gestirne auf das Leben dieser Erde, sondern eigentlich um Grundkräften und -Gestalten in uns selbst - und im Kosmos insgesamt. Die Bedeutung der Bilder, die wir dazu benutzen, hat sich verändert, auch dort, wo wir bei den alten Namen geblieben sind. Wir erkennen heute die Verwandtschaft der von der Astrologie benützten kosmischen Symbole mit den archetypischen Urbildern unseres Unbewußten.

In ihnen erfahren wir immer wieder Bildekräfte (Th. Ring) in uns, die von jeher in unserem unbewußten Erleben da waren und sich symbolhaft konstituieren konnten und die dadurch unserem Erleben und unseren Erfahrungen erst ihre Form gaben. Es sind Symbole des menschlichen Seins und Werdens, die in jeder Epoche in jeweils neuer Einkleidung auftreten. Um ihre heutige Bedeutung bemühen wir uns auf dem Hintergrund unserer Existenz, unserer Weltsicht und aufgrund unseres Menschenbildes wiederum erneut. Hier wird also ein Urwissen durch unser Erleben aktualisiert und in neuer konkreter, in jetzt gültiger Form erfahrbar. - Astrologisch sind die Ganzheitlichkeit der kosmischen Konstellation zum Zeitpunkt einer Geburt und die Ganzheitlichkeit des Selbst, sowie das Schicksal des unter dieser Konstellation Geborenen identisch. Beide sind Ausdrucksformen dieser konkreten Zeitqualität, d.h. der qualitativ getönten energetischen Ganzheitlichkeit dieses Augenblicks.

Astrologie bedient sich also einer Symbolsprache, in der es um Aussagen über Lebenskräfte auf verschiedenen Seinsebenen geht. Bezogen auf den individuellen Menschen heißt das, daß er an diesen Seinsebenen teilhat, daß er eingebunden ist in die Zyklen und Rhythmen der Lebenskräfte im Ganzen. Als Individuum ist er also Teil des kosmischen Ganzen, mit dessen Kräften und Bewegungen (in sich) er sich allerdings eigenständig und eigenverantwortlich auseinandersetzen muß (der "selbstbestimmende Faktor" bei Th. Ring).

 

  Wie oben, so unten

Wir nehmen also in einem der Grundgedanken der Astrologie "lebensschöpferische Kräfte an, die eingepaßt in kosmische Perioden wirksam werden" (Th. Ring). Diese Kräfte erfassen wir in Symbolen, die jeweils ein allgemeines Prinzip zum Ausdruck bringen, das wir - auf verschiedenen Seinsebenen - nicht an sich, sondern nur durch bestimmte Entsprechungen anschaulich machen können. So drücken sich zum Beispiel die Entsprechungsreihen des Prinzips MOND als Symbol der Lebensbeseelung in der ‚weiblich'-sensiblen, eher aufnehmenden und veränderlich fließenden Kraft aus, können sich in einer hohen Empfänglichkeit, im emotionalen Mitschwingen zeigen oder in der stimmungshaften Tönung des Erlebens, in Phantasien, Bildern, Vorstellungen und auch im Bedürfnis nach Angenommen- und Geborgensein, in der Sehnsucht nach Zuwendung und emotionaler Zugehörigkeit.

Körperlich hat diese MOND-Kraft zu tun mit dem Flüssigkeitshaushalt, vor allem mit dem Lymphstrom, mit dem vegetativen Wachsen, sowie mit den Zyklen der Fruchtbarkeit. Das Prinzip MOND steht für die Frau, das Kind, für die Anima in uns, sowie für die Mutter und alles Mütterliche etc.

Diese inneren Entsprechungen eines Prinzips stehen in einem ganzheitlichen Zusammenhang zum kosmischen Geschehen. Das Verhältnis zu den Gestirnen ist dabei analogiehaft. Das Geschehen im Kosmos zeigt uns lediglich etwas an, was sich aber in unserem Inneren abspielt - so wie auch die Uhr uns etwas anzeigt, aber selber weder die Zeit ist, noch sie macht. Makrokosmos und Mikrokosmos stimmen also zusammen. Wir wissen ja auch, daß eine Veränderung in einem System (hier: Kosmos) auch Veränderungen in jedem zugehörigen Subsystem (hier: individuelle Person) bedingt.

 

  Astrologie - eine Sprache der Energie

Wir haben oben schon gesagt, daß es nach einem weiteren Grundgedanken der Astrologie darum geht, daß Zeit und somit auch einzelne Zeitpunkte durch ihre Qualität gekennzeichnet sind. Und das hat damit zu tun, daß wir astrologisch von einer Sprache der Energie reden (St. Arroyo): Wir gehen davon aus, daß der Mensch in seinem Erleben und Handeln durch ein Gefüge von inneren Kräften bestimmt wird, aus dem spezifische Motive, Bedürfnisse, Handlungsmuster und -Impulse hervorgehen. Es geht also um den Fluß und um die Blockierung von Grundenergien, die als Potenzen / Möglichkeiten individuell unterschiedlich vorgegeben sind und die sich unter bestimmten Bedingungen im zeitlichen Verlauf entwickeln können.

 

  Das individuelle Kosmogramm

Bei der Geburt werden durch die Qualitäten des Geburtsmoments (bezogen auf den Geburtsort) bestimmte Energien und Energiemuster im Individuum etabliert und dadurch sind bereits auch bestimmte Entwicklungsmöglichkeiten implizit mitgegeben, die sich (in weiten Grenzen) aus dieser Struktur ergeben können. "Jedes individuelle Wesen ist auf bestimmte Schwingungen eingestellt" (E. Cayce). - Im persönlichen Kosmogramm versuchen wir, durch das Meßbild des Geburtsaugenblicks das mitgebrachte Anlagengefüge (also das, was mit weiten Grenzen und vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten noch unentfaltet in uns angelegt ist) als gestaltbildende, formbare und sich selbst weitergestaltende Potenz zu verstehen: "Geprägte Form, die lebend sich entwickelt" (Goethe). Somit ist das Kosmogramm eines Menschen ein Entwurf seiner individuellen Existenz. Die Struktur dieses Menschen begegnet uns in ihm natürlich nicht in reiner Form, sondern so, wie er/sie durch die materiellen, physischen, physiologischen, psychologischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen geworden ist.

Gemäß dem mitgebrachten Anlagegefüge, der persönlichen Struktur, nimmt der Mensch seine Welt subjektiv wahr, erfährt Realität auf seine je eigene Weise, neigt zu einem bestimmten Erleben und Verhalten und erfährt sich darin (die eigene Grundhaltung verstärkend) existentiell als dieses Individuum. - Diese Existenz zeigt natürlich Abstriche vom Grundentwurf der Person, vom ursprünglichen Wesen, von dem also, wie er/sie gemeint ist.

Daraus ergibt sich nicht nur die Gefahr des Menschen, sich selbst zu verfehlen, sondern auch die ständige Aufgabe des "Werde der du bist". - So ist "jedes Geburtshoroskop das Mandala eines individuellen Lebens. Es ist die Blaupause des Individuationsprozesses für dieses besondere Individuum" (D. Rudhyar).

Diese allgemeinen Bemerkungen zur Symbolsprache der Astrologie werden wir im nächsten Brief konkretisieren, indem wir zunächst die Elemente dieser Symbolsprache und ihre Zusammenhänge (Elemente, Kreuze, Planeten, Tierkreiszeichen, Häuser und Aspekte) und danach

 


Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.

 


Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:

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