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[ Astrologisches Online-Seminar ]

20. Lektion:

Die persönliche Dynamik im Kosmogramm
Ganzheitliche astrologische Deutung

Nachdem wir uns in der vorangehenden Lektion beim Thema ‚Aspekte' bereits mit dem inneren Spannungsfeld eines Menschen befasst haben, wie wir es in seinem Kosmogramm erkennen und herausarbeiten können, wollen wir in dieser Lektion nach Wegen suchen, wie wir die vielen angesprochenen astrologischen Einzelzüge in ein ganzheitliches Bild der jeweiligen Persönlichkeit zusammenfügen können, um sie in ihrem Erleben und Verhalten besser zu verstehen.

Dabei gehen wir davon aus (vgl. 1. Lektion), dass das Kosmogramm eines Menschen als kosmisches Messbild des Geburtsaugenblicks das Gefüge der inneren Kräfte widerspiegelt, die in dieser Persönlichkeit als Entwicklungspotenzen angelegt sind und in verschiedenster Richtung entfaltet werden können (oder eben auch nicht). Geformt werden diese Entwicklungsmöglichkeiten und ihre Entfaltung durch die äusseren Rahmenbedingungen des Individuums, wie sie sich im Rückblick konkret durch die Verlaufsgestalt seines Lebensweges betrachten und analysieren lassen. Ganzheitliches astrologisches Verstehen eines Menschen braucht also nach meinem Verständnis Kosmogramm und Biographie.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Wege, wie wir hier vorgehen können, bei denen es zum Teil auf die jeweilige Fragestellung ankommt, zum Teil aber um Vorlieben und Stil der Astrologin / des Astrologen. - Ich erwähne nur kurz und beispielhaft:
  • Eine Synthese schaffende Deutungsschritte von der grundlegenden Bedeutung der Elemente und Kreuze über den Aszendenten als Grundrichtung zu dem wichtigen persönlichen Daten (SONNE, MOND, Aszendent) und weiter zur Interpretation der Planeten im Zeichen, Haus und in ihren Aspekten. Diese Vorgehensweise schlagen u.a. St. Arroyo und M. Jehle vor;
  • P. Orban / I. Zinnel betrachten die Planeten als innere Personen, die im inneren Drama des betr. Menschen aufeinandertreffen, wodurch sich bestimmte persönliche (bewusste und unbewusste) Themen ergeben, die dann den Verlauf dieses Dramas bestimmen;
  • wir können aber auch thematisch anhand konkreter Lebensfragen in die Auseinander-setzung mit dem Kosmogramm einsteigen, indem wir zum Beispiel bei Berufsfragen vom 6. Und 10. Haus, sowie vom MC etc. ausgehen oder bei Partnerschaftsfragen, vom 7., 5., 8. und 11. Haus, sowie von MARS, VENUS, MOND etc.

Ich werde nachfolgend einige kurze Hinweise zum ersten Weg (in Anlehnung an M. Jehle) geben und diese durch ebenso kurze Ergänzungen zum zweiten Weg erweitern. Umgesetzt sollen die Schritte am Beispiel des Kosmogramms von Bert Brecht. - Sie können (sollten?) aber auch versuchen, Ihr eigenes Kosmogramm immer wieder anzuschauen.

1. Deutungsschritt: Ganzheitliche Betrachtung der Grundenergien

Wir betrachten die Betonung der Elemente und Kreuze, um ein Bild der inneren Ausrichtung der betr. Persönlichkeit zu gewinnen: Welche Planeten und astrologisch bedeutsamen Punkte stehen in welchen Elementen und Kreuzen? - Welche Gewichtung ergibt sich daraus? - Was wiegt vor und was tritt eher zurück?

Zur Erleichterung dieses Vorgehens fassen wir unsere Erkenntnisse noch einmal in einer Tabelle zusammen:

Tierkreiszeichen Element Kreuz Zeichenherrscher

WIDDER Feuer kardinal MARS
STIER Erde fest VENUS
ZWILLINGE Luft beweglich MERKUR
KREBS Wasser kardinal MOND
LÖWE Feuer fest SONNE
JUNGFRAU Erde beweglich VESTA
WAAGE Luft kardinal VENUS
SKORPION Wasser fest PLUTO
SCHÜTZE Feuer beweglich JUPITER
STEINBOCK Erde kardinal SATURN
WASSERMANN Luft fest URANUS
FISCHE Wasser beweglich NEPTUN.

Überprüfen Sie jetzt, in welchen Zeichen die einzelnen Planeten stehen und ordnen Sie diesen als Gewichtung folgende Werte zu (diese Werte sind ein Vorschlag, Sie können auch andere Bewertungen vornehmen), um dann die Besetzung der einzelnen Elemente und Kreuze (evt. auch der Tierkreiszeichen) feststellen zu können:

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SONNE 10 Punkte
MOND 10 Punkte
Aszendent 10 Punkte
Herrscher des Asz. 10 Punkte
Medium Coeli (MC) 8 Punkte
MERKUR 7 Punkte
VENUS 7 Punkte<
MARS 7 Punkte
VESTA 7 Punkte
JUPITER 7 Punkte
SATURN 5 Punkte
CHIRON 3 Punkte
URANUS 3 Punkte
NEPTUN 3 Punkte
PLUTO 3 Punkte.

Insgesamt ergibt dies jeweils 100 Punkte, die den Elementen und Kreuzen zugeordnet werden und dadurch ein Bild ihrer Gewichtung geben. Beim Kosmogramm von Bert Brecht sieht das so aus:

Feuer 18 Punkte kardinal 49 Punkte
Erde 14 Punkte fest 27 Punkte
LUFT 58 Punkte beweglich 24 Punkte.
Wasser 10 Punkte

Im Vordergrund steht also die LUFT-Betonung: Brecht lebte nach seinem Kosmogramm aus einer intellektuell geprägten Einstellung heraus mit einem starken Bedürfnis nach Austausch und Kommunikation. Er suchte dabei nach einer objektiven Distanz zum Leben, wollte es verstandesmässig durchdringen und zur Darstellung zu bringen. - FEUER und ERDE sind deutlich geringer ausgeprägt: Seine Bewegung fand offenbar vor allem auf dieser Ebene statt: Er liess sich nicht einfach hinreissen, mochte weniger den subjektiven, persönlichen, sondern eher den distanzierten und gebrochenen Schwung. Daher suchte er auch nicht nach der konkreten, praktischen Durchdringung der Welt, sondern lebte auch diese Bedürfnisse auf der LUFT-Ebene. - Die WASSER-Energie ist seine am schwächsten ausgeprägte Seite: Auch hier wird noch einmal die Distanziertheit deutlich. Er wollte nicht primär Gefühle, sondern Gedanken ausdrücken, um sie anderen zu vermitteln und sie damit anzustecken.

Bei den Kreuzen steht im Vordergrund die kardinale Energie: Brecht wollte Anstösse geben und (eigenwillig) Impulse setzen, die Dinge durch Ideen vorantreiben. - Die bewahrende und formgebende feste Energie kommt an zweiter Stelle, aber abgeschwächt, die bewegliche noch weniger ausgeprägt an dritter Stelle. Brecht scheint seine Ziele sehr klar und ausdauernd verfolgt zu haben, liess sich aber nicht einfach festlegen und in seinem Eigenwillen von aussen her bestimmen.

2. Deutungsschritt: Der Aszendent

Der AC (vgl. 17. Lektion) ist sozusagen unser Tor zur Welt. Durch ihn erfahren wir, welche vitale Grundstimmung wir in dieses Leben mitgebracht haben, wie wir unsere Welt wahrnehmen und wie wir in unserer individuellen Eigen - Art reagieren, d.h. wie wir auf die Welt zugehen und in Erscheinung treten. Der AC repräsentiert auf diese Weise unsere persönlichen Grundanliegen und damit, wer wir in der Tiefe unseres Seins eigentlich sind.

Der AC im Kosmogramm von B. Brecht steht im Zeichen SCHÜTZE und zwar in enger Konjunktion mit SATURN. - Das zeigt uns zunächst einmal eine interessierte, wache und weltoffene Haltung mit grosszügigem Schwung bei einem Menschen, der nicht in der pragmatischen Lebensbewältigung bleiben, sondern über sich hinauskommen will und dem es in seiner optimistischen Haltung und seinem Glauben an Entwicklung auch darum geht, andere zu begeistern.

Die Konjunktion mit SATURN weist darauf hin, dass Brecht in seinem Streben durch Ernst, Tiefgründigkeit und Beharrlichkeit geprägt war, aber auch durch hohe Ansprüche an sich selbst. Am Anfang einer Beziehung reagierte er wohl ernst und eher zurückhaltend. Er hatte die Fähigkeit, sich klar und entschieden abzugrenzen.

Der Herrscher des Aszendenten

Der AC symbolisiert im Kosmogramm nicht einfach ein Angelegtsein. Da es um unsere Grundanliegen geht, bedeutet dies, dass es um eine Anlage geht, die verwirklicht werden soll, wenn dieser Mensch zu sich selbst kommen will. Wo das konkret geschehen kann, verstehen wir durch die Position des Zeichenherrschers des AC im Zeichen und im Haus.

Der Zeichenherrscher des AC im Kosmogramm von B. Brecht ist der JUPITER, und dieser steht in der WAAGE, in Konjunktion mit dem MC an der Spitze des 10. Hauses. Wie könnte er also versuchen, seine durch den AC symbolisierten Grundanliegen zu verwirklichen? - Zunächst ist die JUPITER-Kraft in dieser Stellung sehr stark: Brecht hatte offensichtlich eine hochentwickelte persönliche Moral und Ethik, sowie starke innere Überzeugungen und grosses Vertrauen in sich selbst und in das Leben. Es war ihm wichtig, übergeordnete Sinnzusammenhänge zu erfassen. - Dabei ging es vor allem um schöpferisches Gestalten, darum, den eigenen Stil und die eigene Form zu finden und weiterzuentwickeln und um Weite und Offenheit (WAAGE). - B. Brecht wollte darstellen, auch persönlich nach aussen ausstrahlen, durch seine Arbeit, die ihm Mittelpunkt war, auch andere überzeugen.

3. Deutungsschritt: Die zentralen persönlichen Faktoren SONNE - MOND - Aszendent

Mit der Kombination dieser Deutungsfaktoren kommen wir zu einer Art Grundgerüst der Persönlichkeit, das wir danach durch die Hereinnahme der Planeten und anderer Punkte ausfüllen, ergänzen und mit zahlreichen weiteren Nuancen differenzieren können. - Das genannte Grundgerüst zeigt und wichtige Zusammenhänge zwischen unserem persönlichen Selbst (SONNE: Persönlichkeitsmitte mit unserem bewussten Wollen und Streben, mit unserer grundlegenden Mentalität, verbunden mit unserem Selbstbild), dem Aszendenten (unserem In-Erscheinung-treten, unseren Grundanliegen, die wir dann letztlich über die SONNE verwirklichen wollen) und unseren emotionalen Grund-bedürfnissen (MOND: Bedürfnis nach Wärme, Zuwendung, Geborgenheit, seelische Berührbarkeit und Sensibilität, Gestimmtheit, inneres Kind).

Brecht geht offensichtlich lebendig und aufgeschlossen auf die Welt und auf andere Menschen zu, will in seiner ganzen Bewegung über sich und über dieses Alltagsleben hinauskommen und entfaltet dabei durch seine hohen Ansprüche an sich selbst enorme Energien (Aszendent in SCHÜTZE). - Sein Ziel ist dabei die Überwindung der Gegensätze, die Schaffung von gestalteter Harmonie, die Entwicklung von grosszügig freiem und gerechtem Wachstum (MC in WAAGE). - Dahinter steht eine sensible, störbare Grundhaltung, die bei Konflikten rasch aus dem Gleichgewicht kommt - und darunter leidet MOND in WAAGE). - Die Augabe, das alles zu steuern und zu regeln, bleibt bei der SONNE als dem bestimmenden Zentrum der Person: Brecht will Freiheit und Unabhängigkeit, muss sich immer wieder anders bewegen können. Seine Identität entsteht stark aus seinem Bedürfnis nach Besonderheit und Eigenständigkeit heraus, mit dem Wunsch, seinen eigenen Weg zu gehen, seine Individualität (auch nach aussen) zu leben. Und daraus kommt auch (trotz aller liebenswürdig aufgeschlossenen Haltung - VENUS in Konjunktion mit SONNE) die intellektuell distanzierte und gelegentlich abgehobene Haltung, die in der persönlichen Neigung zur Ironie auch zur Lebensstrategie wird (SONNE in WASSERMANN).

4. Deutungsschritt: Maximal bedeutsame Planeten

Maximal bedeutsame Planeten sind diejenigen, die direkt an den kardinalen Achsen (in der Reihenfolge AC - MC - DC - IC) oder in einem anderen Aspekt als der Konjunktion zu ihnen stehen. Als stark gestellt gelten ausserdem Planeten, die eine bedeutsame Stellung im Aspektgefüge einnehmen (überdurchschnittlich viele Aspekte) und diejenigen, die in den sogenannten Eckhäusern stehen (erstes, viertes, siebtes und zehntes Haus). - Die maximal bedeutsamen Planeten symbolisieren stark hervortretende und ausgeprägte Einzelkräfte des Individuums.

Bei Brechts Kosmogramm gehören dazu SATURN (am AC), JUPITER (am MC) und PLUTO (am DC, mit NEPTUN im 7. Haus). - Über SATURN und JUPITER haben wir bereits gesprochen: sie stehen dafür, wie ernst Brecht auf die Welt zugeht und welch hohe Ansprüche er dabei an sich selbst stellt (SATURN) und dafür, wie anspruchsvoll seine Ziele und Ideale sind und welche Wachstumskräfte er für seine Selbstverwirklichung einsetzen will; JUPITER am MC spricht vielfach für Erfolge im eigenen Streben.

PLUTO symbolisiert im 7. Haus eine starke Ausstrahlung in der Begegnung mit anderen, aber auch das Bedürfnis nach intensiven, machtvollen Beziehungen zu (anderen) starken Persönlichkeiten, durch die es zur tiefgreifenden persönlichen Transformation kommt. - Zugleich wird durch NEPTUN im 7. Haus eine hohe Empfindsamkeit und Sensibilität im Umgang mit anderen signalisiert, die sich aber immer wieder auch als Störbarkeit zeigen kann.

5. Deutungsschritt: Die Kombination von Zeichen- und Hausstellung der Planeten

Die Planeten symbolisieren - wie wir beschrieben haben (2. - 4. Lektion) - persönliche Wesenskräfte (oder innere Personen) und die Energien, mit denen sie sich ausdrücken. Ihre Stellung in den Tierkreiszeichen zeigen, wie wir diese inneren Kräfte ein- und umsetzen, die Stellung in den Häusern (als den Bereichen unseres Lebensraums), wo wir das vor allem tun (können). - Machen wir uns diese Zusammenhänge an einem konkreten Beispiel deutlich:

MARS steht in Brechts Kosmogramm im Zeichen STEINBOCK, zugleich im Zweiten Haus und in Konjunktion mit MERKUR. - MARS im STEINBOCK drückt aus, dass Brecht über die Fähigkeit verfügte, seine Energie konzentriert einzusetzen, diszipliniert und ausdauernd zu arbeiten, unbeirrbar seine Ziele zu verfolgen. Er hat wohl einen langen Atem gehabt, konnte sich gnadenlos einsetzen und war in seinen Überzeugungen unbeugsam, manchmal aber wohl auch etwas starr. - MARS im Zweiten Haus: Diese Aktivität spielte sich im Bereich des Materiellen ab (wenn auch in einem anderen Sinn als üblich). - Konjunktion mit MERKUR: Die geschilderte Aktivität und Kraft ist gekoppelt mit einem scharfen analytischen Verstand, mit kritischem Witz und Schlagfertigkeit. - MERKUR in STEINBOCK: Konsequentes, nüchternes Denken mit hoher Prägnanz und Konzentrationskraft, präzise in Wort, Schrift und Sprache. - MERKUR im Zweiten Haus: Praktisches, ökonomisches, klares und sehr realitätsbezogenes Denken.

Nehmen wir hier noch das Modell der inneren Personen zur Erläuterung: Auf der inneren Bühne tritt MARS auf - als energiegeladener junger Mann, der mit hohem Eigenwillen und mit zentrierter Kraft recht genau weiss, was er will (STEINBOCK). Er zentriert und sammelt seine Energien, will stark sein, staut auch viel in sich auf (2. Haus). - Mit ihm verbunden MERKUR, in seiner Haltung eher neutral: Er ist der Intellektuelle, der alles wissen und verstehen und durchschauen will. Und er will darüber reden, sich austauschen, sein Wissen auch zeigen und etwas damit erreichen. - Dabei legt er Wert darauf, dass er gründlich analysiert, ganz sachlich und distanzierter Beobachter bleibt, die Tatsachen nüchtern und konsequent anschaut - und die Schlussfolgerungen daraus zieht (sozusagen als Lehrstück). - Bei diesen beiden vereinigen sich der Verstand und die Aggression und gebären die Kritik (P. Orban und I. Zinnel). Wenn diese beiden sich zusammentun, kommt es zum Streitgespräch oder zum Angriff mit den Mitteln der Vernunft.

6. Deutungsschritt: Aspektverbindungen zwischen den Planeten

In unserer 19. Lektion sprachen wir bereits über Aspekte zwischen den Planeten, davon also, dass unsere persönlichen Kräfte (oder auch: unsere inneren Personen) Beziehungen zueinander haben, aufeinander reagieren und dass sich dadurch bestimmte Verhaltensmuster und auch bestimmte persönliche (Lebens-) Themen entwickeln können. - Bei der ganzheitlichen Betrachtung des Kosmogramms müssen wir also nicht nur die einzelnen Planeten anschauen, sondern auch das innere Spannungsfeld, in dem sie agieren (so, wie wir es oben bereits vereinzelt angedeutet haben). - Aber machen wir auch hierzu noch ein konkretes Beispiel:

SATURN steht am AC in Opposition zu PLUTO (und NEPTUN) am DC. Die beiden bilden dann noch ein Sextil, bezw. Trigon zu JUPITER am MC. - Stellen wir uns die Szene ganz lebendig vor: Der ernste innere SATURN will das Bestehende bewahren, das ihm Sicherheit gibt. Er steht aber in einer gespannten, herausfordernden Beziehung zum PLUTO, der aus seiner eigenen Tiefe heraus mit vitaler Kraft nach Umwandlung drängt. Daher wird der Mensch immer wieder an seine Grenzen kommen, auch an die Grenzen seiner Eigenmacht und seiner eigenen Kräfte. Brecht hat daher wohl immer wieder Lebenskrisen bewältigen müssen (SATURN Opposition PLUTO). Diese Krisen hat er wohl vor allem über den JUPITER bewältigt: Brecht war eine Persönlichkeit, die wachsen wollte. Sein innerer JUPITER bekommt durch die lebendige, offene Beziehung zu PLUTO eine machtvolle vitale Stärke.

Zugleich wird ihm aber deutlich, dass es bei seinem Wachstum, das er gern nach aussen strahlen lässt, eigentlich um innere Wandlung in der Verarbeitung von Krisen geht. Wir finden diese Züge oft bei Menschen, die hohe Ideale und starke Überzeugungen haben, die sich also voller Kraft und Energien für Ihre Ideen einsetzen wollen (PLUTO Trigon JUPITER). - Der innere JUPITER will also Wachstum, ist auf der Suche nach einer höheren Ordnung und tritt dabei in eine offene, anregende Verbindung mit SATURN, der sich für Struktur, Zentrierung und Begrenzung einsetzt. Er zwingt den JUPITER, seine Kräfte in konkreten Projekten und Unternehmungen einzusetzen und geradlinig und beharrlich bei diesem Einsatz zu bleiben. - Wir finden diese Konstellation oft bei Menschen, die aus einer klaren, beständigen Überzeugung heraus leben, dabei durchaus Gedanken und neue Konzepte entwickeln, aber auf Bestehendes aufbauen wollen. In ihrer offenen und zugleich ernsten, nüchternen Art arbeiten sie meist hart, mit viel Ausdauer und werden dabei von ihrem eigenen Optimismus getragen.

Natürlich können wir die Genialität eines Menschen nicht aus dem Kosmogramm ableiten. Das ist eine klare und eindeutige Aussagegrenzen. Aber vielleicht ist durch die Themen, die wir hier bei B. Brecht herausarbeiten konnten, deutlich geworden, wie seine persönliche Art in seine Arbeit eingeflossen ist und sie geprägt hat.

Wenn wir diese Deutungsschritte sorgfältig gemacht haben (und zwar umfassender und differenzierter als es hier möglich ist), kommen wir zu einem immer klarer werdenden Bild der Grundstruktur einer Persönlichkeit und vor allem zu ihren persönlichen Themen, die das Erleben und Verhalten bestimmen. Wenn wir das dann noch durch die Biographie konkretisieren können, wird dieses Bild immer detaillierter und vor allem immer farbiger und lebendiger, so dass wir zu einem umfassenden Verständnis dieses Individuums gelangen.

ANHANG

Ausgewählte Literatur:

Grundlagen

  • Becker, U.: Lexikon der Astrologie, Freiburg 1981
  • Capra, F.: Wendezeit - Bausteine für ein neues Weltbild, München 1988
  • Capra, F.: Lebensnetz - Ein neues Verständnis der lebendigen Welt, Darmstadt 1996
  • Grof, S.: Geburt, Tod und Transzendenz - Neue Dimensionen in der Psychologie, Reinbek 1995
  • Klein, N. und R. Dahlke Das senkrechte Weltbild, München 1991
  • Knappich, W.: Geschichte der Astrologie, Frankfurt 1967
  • Leuenberger, H.-D.: Das ist Esoterik, Freiburg 1985
  • Leuenberger, .-D.: Sieben Säulen der Esoterik, Freiburg 1989
  • Ring, Th.: Existenz und Wesen in kosmologischer Sicht, Freiburg 1975
  • Ring, Th.: Astrologie neu gesehen, Freiburg 1979
  • Herder Lexikon Symbole, Freiburg 1978
  • Lexikon der antiken Mythen und Gestalten, München 1980

Einführungen

  • Arroyo, St.: Handbuch der Horoskopdeutung, Hamburg 1991
  • Banzhaf, H. und
  • Haebler, A.: Schlüsselworte zur Astrologie, München 1994
  • Bischof, St.: Astrologie mit allen Sinnen, Berlin 1994
  • Hamann, B.: Die zwölf Archetypen, München 1991
  • Jehle, M.: Wenn der Mond im siebten Hause steht ..., Freiburg 1996
  • Meyer, H.: Astrologie und Psychologie, Reinbek 1986
  • Niehenke, P.: Astrologie - Eine Einführung, Stuttgart 1994
  • Orban, P. und Zinnel, I.: Drehbuch des Lebens - Eine Einführung in die esoterische Astrologie, Reinbek 1990
  • Riemann, F.: Lebenshilfe Astrologie, München 1996
  • Roscher, M.: Das Astrologiebuch, München 1989
  • Voltmer, U.: Gestaltastrologie, Braunschweig 1991
  • Voltmer, U.: Lebendige Astrologie, Braunschweig 1990

Vertiefung

  • Arroyo, St.: Astrologie, Psychologie und die vier Elemente, München 1985
  • Arroyo, St.: Astrologie, Karma und Transformation, München 1986
  • Cunningham, D.: Erkennen und Heilen von Pluto-Problemen, Neuhausen 1992
  • Cunningham, D.: Astrologie und Energiearbeit, Hamburg 1993
  • Cunningham, D.: Astrologie und spirituelle Entwicklung, Hamburg 1994
  • Green, L.: Kosmos und Seele, Frankfurt 1983
  • Green, L.: Schicksal und Astrologie, München 1985
  • Green, L.: Saturn, München 1976
  • Greene, L.: Jenseits von Saturn, München 1985
  • Green, L. und
  • Sasportas, H.: Sonne und Mond, München 1994
  • Green, L. und
  • Sasportas, H.: Die inneren Planeten Venus, Mars und Merkur, München 1995
  • Marks, T.: Schwierige Aspekte, Hamburg 1990
  • Ring, Th.: Astrologische Menschenkunde (Bd. I-IV), Freiburg 1969
  • Rudhyar, D.: Astrologie der Persönlichkeit, München 1979
  • Rudhyar, D.: Das astrologische Häusersystem, München1987
  • Rudhyar, D.: Von humanistischer zu transpersonaler Astrologie, München 1979
  • Rudhyar, D. und L.: Astrologische Aspekte, Hamburg 1992
  • Sasportas, H.: Astrologische Häuser und Aszendenten, München 1987
  • Sasportas, H.: Götter des Wandels. Die astrologische Bedeutung von Uranus, Neptun und Pluto, München 1991
  • Tierney, B.: Dynamik der Aspektanalyse, München 1990


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