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[ Astrologisches Online-Seminar ]
3. Lektion: Die Elemente, Kreuze, Planeten, Tierkreiszeichen und Häuser.
In Lektion 2 erfuhren Sie, dass Astrologie eigentlich eine Symbolsprache ist, bei der es um Aussagen über Lebenskräfte geht, d.h. um Energien, welche die innere Dynamik des kosmischen Systems mit all seinen Subsystemen (also auch des menschlichen Individuums) begründen.
F. Capra unterscheidet in seinem neuesten Werk ‚Lebensnetz' (1996) drei Schlüsselkriterien eines lebenden Systems: Die Struktur als materielle Verkörperung des Organisationsmusters eines Systems (astrologisch sind das die Grundenergien mit ihren unterschiedlichen Ausformungen als astrologische Prinzipien, - die Elemente, Kreuze und aus ihnen entstehend der Zodiak), Die Organisationsmuster als Anordnung der Beziehungen, die die wesentlichen Merkmale des Systems festlegt (astrologisch die Planeten mit ihren Aspekten) und schliesslich der Lebensprozess, der in der kontinuierlichen Verkörperung des Organisationsmusters des Systems stattfindende Aktivität (erlebbar in der Biographie eines Menschen, in dem er unter bestimmten Umweltbedingungen die in ihm angelegten Energien und Energiemuster - teilweise und zu einem grossen Teil auch konflikthaft - entfaltet.
Wenn wir diese astrologische Symbolsprache verstehen wollen, müssen wir also verschiedene Ebenen dieser Sprache betrachten:
- die Tierkreiszeichen als Energiemustern (mit Elementen und Kreuzen),
- die Planeten mit ihren Aspekten,
- die astrologischen Häuser.
Das kosmische Bezugssystem der Astrologie ist von jeher der Tierkreis (Zodiak), der die Zone von etwa 16 Grad beiderseits der Ekliptik darstellt, innerhalb derer sich die Sonne, der Mond und die meisten Planeten in ihren scheinbaren Bahnen bewegen. Dieser (gedachte) Tierkreis ist also ein Messkreis mit zwölf Abschnitten von je 30 Grad und sollte nicht verwechselt werden mit dem Kreis der Sternbilder; Verwirrung stiftet oft die Tatsache, dass die Tierkreiszeichen vor wahrscheinlich 2500 Jahren die Namen der etwa hinter ihnen stehenden Sternbilder erhalten haben; inzwischen hat sich durch die Präzession die Lege dieser Sternbilder verschoben. (Astronomisch stellt die Ekliptik den Schnittkreis der Erdbahnebene mit der Himmelskugel dar; die Schnittpunkte der Ekliptik sind Frühlings- und Herbstpunkt; davon ausgehend wird sie - wie erwähnt - nach dem Weg der Sonne je Monat in zwölf Abschnitte geteilt und daraus ergeben sich astrologisch die zwölf Tierkreiszeichen).
Für uns als Astrologen sind die Tierkreiszeichen, durch die sich Sonne, Mond und Planeten in unterschiedlicher Geschwindigkeit bewegen, unterschiedliche fundamentale Energie- muster, die unser kosmisches Bezugssystem bilden und durch ihre Energien die Planeten färben, die zur jeweiligen Zeit in ihnen stehen. Dadurch symbolisieren diese Tierkreiszeichen unterschiedliche Arten des In-der-Welt-Seins.
Bei der Betrachtung der Tierkreiszeichen finden wir die 'Elemente' als Symbole unserer Energiesubstanz und die ‚Kreuze' als Schwingungs- und Äusserungsformen dieser Energien.
Bei den Elementen unterscheiden wir:
| FEUER | | das ist aktivierende, stärkende, ausstrahlende, machtvolle Energie; |
| ERDE | | sinnlich-materielle, erdhafte, realistische Energie, die praktisch einwirkt; |
| LUFT | | sich abhebende und lösende mentale Energie mit Betonung des Wahrnehmens und Denkens; |
| WASSER | | emotionale, aufnehmende Energien mit subtilen Strömungen, sensitiv
mitschwingend und fliessend. |
Die drei sog. Kreuze sind:
| KARDINAL | | Aktion, zielgerichteter Einsatz von Energie, impulsgebend; |
| FEST | | konzentrierte Energie, die sich in einem Zentrum sammelt; |
| BEWEGLICH | | beständiger flexibler, spiralförmiger Wechsel zwischen den beiden anderen Energieformen. |
Die zwölf Tierkreiszeichen sind also durch ihre Energiequalität so gekennzeichnet:
| WIDDER | | Feuer - kardinal |
| STIER | | Erde - fest |
| ZWILLINGE | | Luft - beweglich |
| KREBS | | Wasser - kardinal |
| LÖWE | | Feuer - fest |
| JUNGFRAU | | Erde - beweglich |
| WAAGE | | Luft - kardinal |
| SKORPION | | Wasser - fest |
| SCHÜTZE | | Feuer - beweglich |
| STEINBOCK | | Erde - kardinal |
| WASSERMANN | | Luft - fest |
| FISCHE | | Wasser - beweglich. |
Im Rahmen dieses Bezugssystems sind die Planeten in astrologischer Sicht symbolhafte
Bilder und Gestalten unserer inneren Wesenskräfte, die diese Grundenergien individuell
Umsetzen. Sie sind sozusagen unsere persönlichen ‚Wirk-Zeuge' (Th. Ring), durch die wir Kontakt mit unserer Welt aufnehmen, um uns mit ihr und mit uns selbst auseinanderzusetzen. (Wir können uns diese Kräfte in uns nach P. Orban auch als unterschiedliche innere Personen vorstellen, als Akteure in unserem inneren Drama). - Wir werden auf diese Wesenskräfte in den weiteren Kapiteln unseres Online-Kurses noch ausführlich eingehen und deuten hier nur kurz an:
SONNE
ist das Symbol für das organisierte, willensbestimmte Zentrum unserer Persönlichkeit als Ausdruck unserer Vitalität und Mentalität, also für unser ICH, bezw. unser Selbst;
MOND
ist Symbol für unsere Emotionalität, für unsere Grundstimmungen und unsere gefühlshaften Reaktionen. Er drückt unsere sensiblen, weichen und bedürftigen Seiten aus;
MERKUR
repräsentiert mit seiner eher neutralen, wachen und beweglichen Energie unsere Intellektualität, also die Art unseres Denkens, Überlegens und Kommunizierens;
VENUS
symbolisiert unsere Bedürfnisse nach Zuwendung, Nähe, Harmonie und Austausch, sowie unsere Art, mit anderen umzugehen und diese Bedürfnisse zu befriedigen;
MARS
repräsentiert unsere Kraft zur zielstrebigen, entschlossenen Aktion, zum spontanen, initiativen Vorwärtsdrängen; er zeigt die Art, wie wir uns selbst behaupten und durchsetzen.
VESTA
steht symbolisch für die Kraft in uns, die will, dass wir bei uns selbst, bei unseren Gefühlen und Gedanken, bei unserer persönlichen Identität bleiben.
JUPITER
steht für Expansion und Wachstum. Er vertritt das Prinzip des Sinngebenden, der Ausrichtung auf Werte und geistige Interessen.
SATURN
schafft in uns Struktur, Festigkeit und Sicherheit, vertritt das Prinzip der Wirklichkeit und unserer Grenzen;
CHIRON
weist uns auf unsere Verletzungen und Verletzbarkeiten hin, auf unsere Schwächen und Schwachstellen, durch die wir schmerzliche Erfahrungen gemacht haben und machen;
URANUS
repräsentiert den (inneren) Umbruch und die Veränderung, den Neuansatz ausserhalb bisheriger Grenzen und damit unser Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit;
NEPTUN
steht für unsere sensitive Seite, für unsere Träume und Sehnsüchte, vor allem für unsere Sehnsucht, über die Grenzen der Alltagsrealität hinauszukommen ins Spirituelle;
PLUTO
symbolisiert eine archaisch tiefe Kraft der Wandlung und Transformation in uns. Durch ihn machen wir Erfahrungen mit Tabus, vor allem mit Macht und Ohnmacht.
Diese Planeten stehen in bestimmten Beziehungen zu einander: sie stehen sich vielleicht ganz nahe oder treten sich gegenüber: die sogenannten Aspekte zeigen die Beziehung der Planeten zueinander, ihre Interaktion, wie sie sich anschauen und wie sie auf einander reagieren. Durch diese Aspekte erfahren wir unser inneres Spannungsfeld, aus dem heraus wir im Alltag oft recht unwillkürlich (oder aber wach reflektierend) reagieren. Die Qualität dieser Interaktion wird durch die Winkel bestimmt, in denen die Planeten zueinander stehen (die idealen Werte haben jeweils einen bestimmten, noch zulässigen Orbis; ich selbst benütze vor allem die nachstehend aufgeführten Aspektarten):
| Konjunktion | | 0 Grad | | enge Verbindung, Koppelung |
| Halbsextil | | 30 Grad | | leichte Berührung |
| Sextil | | 60 Grad | | Anregung, Verknüpfung |
| Quadrat | | 90 Grad | | Blockade, Sisyphus-Aspekt |
| Trigon | | 120 Grad | | Einklang, fliessende Energie |
| Quincunx | | 150 Grad | | Tantalus- oder Sehnsuchts-Aspekt |
| Opposition | | 180 Grad | | Zwiespalt |
Die Geburtskonstellation eines Menschen zeigt die Stellung der Planeten in den Tierkreiszeichen, also die Kräftekonstellation, die ein Mensch sozusagen als Mandala seines Lebens mitbringt. Diese Konstellation wäre aber auf der ganzen Welt dieselbe. Wenn wir aber auch noch die Eigendrehung der Erde um die eigene Achse berücksichtigen, müssen wir diese Konstellation auf die geographische Länge und Breite des Geburtsortes beziehen. Dann erhalten wir ein Achsenkreuz, dessen Spitzen (Eckpunkte) bedeutsame astrologische Orte angibt: den Aszendenten (AC - der Punkt des Zodiak, der im Moment der Geburt am Horizont des Geburtsortes aufsteigt) und gegenüberliegend der Deszendent (DC - der Punkt, der - bezogen auf den Geburtsort - zu diesem Zeitpunkt am Horizont untergeht), das Medium Coeli (MC - Himmelsmitte, der zu dieser Zeit höchststehende Punkt am Firmament über dem Geburtsort) und - wiederum gegenüber - das Imum Coeli (IC - Himmelstiefe, der tiefststehende Punkt).
Dieses Achsenkreuz können wir aufgrund unterschiedlicher Berechnungsarten noch unterteilen und erhalten so die astrologischen Häuser. Bei ihnen handelt es sich um unterschiedliche Erfahrungsbereiche unseres Lebensraumes, d.h. um das Spannungsfeld, in das wir hineingeboren wurden. Hier können wir dann sehen, in welchen Lebensbereichen sich die in uns angelegten Kräfte (Planeten) sich besonders stark und deutlich äussern.
Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.
Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:
=> zum Diskussionsforum "Online-Seminar"
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