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[ Astrologisches Online-Seminar ]

5. Lektion:
Von jetzt ab befassen wir uns mit den zwölf astrologischen Grundprinzipien. Diese Grundprinzipien kommen in der Energie der Tiekreiszeichen, in der Thematik der astrologischen Häuser und in der Kraft und Gerichtetheit der Planeten zum Ausdruck.

Da wir mit dem Zeitpunkt des Frühlingsäquinoctiums beginnen, soll es zuerst um das erste Prinzip gehen mit dem Thema

WIDDER - Erstes Haus - MARS

Wir betrachten die Tierkreiszeichen als archetypische Symbole von fundamentalen Energiemustern und damit als ganz unterschiedliche Arten des In-der-Welt-Seins. Das Zeichen WIDDER ist dabei gekennzeichnet durch seine Qualität als kardinale FEUER-Energie (vgl. unseren dritten Brief).

Es geht also um eine aktive, spontane und dynamische Energie, die vorwärtsdrängt und nach Freisetzung verlangt. Dabei sollen neue Erfahrungen gemacht werden und die Energie soll (im positiven Fall) spontan, direkt und impulsiv entladen werden.

Thomas Ring bezeichnet diese Energie als ‚das willensmässig Antreibende'. - Psychologisch geht es also um Aufbruch und Zukunftsorientierung, aber auch um Selbstbehauptung, Durchsetzung, um gezielte Aktion. - Der Leitsatz ist oft: Ich will, also bin ich.

Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken sind: Stossartige Vitalität, die gespannt nach vorne drängt - energisches und oft hartnäckiges Wollen mit dem Wunsch nach Durchsetzung - eigenwillige, geradlinige und prägnante Auffassung, die oft wenig kompromissbereit ist - offener, gerader, unverschnörkelter und direkter Ausdruck mit raschen Entschlüssen.

Es geht auch um emotionalem Antrieb und Aufbruch, um die Entfaltung der eigenen Kraft, aber auch um spontane und oft impulsive Aktivität und Initiative, um Ungeduld und Unbekümmertheit, sowie auch um die Intensität des Erlebens und Handelns und schliesslich um Offenheit, Schwung und vitale Lebensfreude.

In der Mythologie wird diese archetypische Kraft durch gehörnt dargestellte Götter ((Amun, Zeus, Isis, Agni, Shiva) oder durch Helden (Jason und die Argonauten) dargestellt. - Archetypische Gestalten sind der Krieger, der Kämpfer und Streiter und (als Schattengestalt) der Zerstörer. - Als Analogie im Landschaftsbild bietet sich an: Frühlingsstürme in einer hügeligen oder bergigen Landschaft mit tief eingeschnittenen Tälern und gelegentlich schroffen Felsen; Blumen und das frische Grün des Frühlings brechen durch den Schnee und durch den Boden.

Auf der Ebene der astrologischen Häuser geht es um Bereiche unseres (Erlebnis-) und Lebensraums. - Hier repräsentiert das Erste Haus (das aufsteigende Haus) nach der Tradition ‚das Leben und die Natur des Geborenen, seine Stärke und sein Geschick'. - Der Aszendent bedeutet den Beginn unseres Lebens. Hier wird symbolisiert, wie wir als Individuum in Erscheinung treten. Die Idee von uns als Menschen wird materiell: Wer bin ich? - Wie begegne ich dem Leben? - Wir nehmen als Individuum Raum ein und gehen (gelenkt durch unsere Grundbedürfnisse) auf die Welt zu.

Es handelt sich um unsere Grund-Initiation, die sich später vielfach in unserem Leben auf unterschiedlichsten Ebenen wiederholen wir. : Wie trete ich ins Leben? - Wie gehe ich auf neue Situationen zu? - Wie fange ich an?

Schlüsselbegriffe für das Erste Haus sind daher: In Erscheinung treten - auf die Welt zugehen - Geburtserfahrung, Initiation und Art des Neubeginns - äussere Erscheinung und lebendiger Ausdruck - Selbstbild, Image und Wirkung auf andere - Wahrnehmung der Welt / Grundeinstellung - Interesse an der eigenen Person, eigene Ansprüche - unbewusste Grundanliegen der eigenen Person, mit der wir auf die Welt und auf das Leben zugehen.

Herrscher des Zeichens WIDDER (und damit auch des Ersten Hauses) ist der Planet MARS. - Er repräsentiert als aktive, ‚männliche' Kraft den zielstrebigen, entschlossenen Antrieb, die Kraft zum spontanen Vorwärtsdrängen, zur Freisetzung von Energie, zur tüchtigen Durchsetzung, zum angreifenden Schwung. Er verkörpert als Prinzip des Trieb- und Dranghaften die gerichtete Dynamik im Schnittpunkt von 'nicht mehr''und 'noch nicht' (Th. Ring).

MARS wird symbolhaft als mythologische Gestalt dargestellt durch den Kriegsgott, der bei den Griechen als ARES als gewalttätiger und prahlerischer Kämpfer geschildert, bei den Römern aber als MARS zum Staatsgott erhoben wurde.Er zeugte mit APHRODITE (VENUS) die Söhne PHOBOS (Furcht) und DEIMOS (Schrecken), die ihn auf dem Schlachtfeld begleiteten. - Das archetypische Bild des MARS ist der tatkräftige junge Mann, der Held und Eroberer, das Schattenbild ist der Gewaltmensch, der destruktive Zerstörer.

Auf der psychologischen Ebene zeigt uns die Stellung des MARS im Kosmogramm an, welche Art der Erfahrung und welche Aktivitäten unsere physische Energie stimulieren, wie wir uns bei Schwierigkeiten behaupten und durchsetzen, wie wir auch unsere Aggressionen ausleben, wie wir vorgehen, um das zu bekommen, was wir wollen. - Beim Mann zeigt die MARS-Stellung, welches Bild und welches Verständnis er von seiner eigenen Männlichkeit (in Bezug auf Kraft, Selbstbehauptung und Sexualität) hat und wie er sie zum Ausdruck bringt. - Bei Frauen, d.h. im weiblichen Horoskop, symbolisiert MARS, welche Art der Männlichkeit sie anzieht und ihnen hilft, sich selbst (als Frau) zum Ausdruck zu bringen.

MARS bringt also durch seine Stellung im Kosmogramm zum Ausdruck, welche Willenstärke ein Mensch besitzt, wie es um seine Tatkraft und Entschlossenheit bestellt ist, wie er durchhält und sich durchsetzt, wie er gegen die Widerstände in seinem Leben kämpft und die Welt durchdringt. Er zeit auch seine Entschlossenheit, seine Energie, mit der er kämpft - und die Art, wie er es tut.

Negativ steht MARS für unkontrollierte Energieentladung ebenso wie für Aggressionsstau, für unberechenbare Affektausbrüche wie auch selbstzerstörerische (implosive) Verspanntheit.

In der nächsten Lektion werden wir uns über das zweite astrologische Grundprinzip unterhalten. Dabei geht es um das Thema STIER - das Zweite astrologische Haus - mit VENUS als Herrscherin.


Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.

 


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