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[ Astrologisches Online-Seminar ]

6. Lektion:
Wir stellen in diesem Kapitel unseres Online-Kurses das zweite astrologische Prinzip vor. Es hat das Thema

STIER - Zweites Haus - VENUS

Wie bereits gesagt, betrachten wir die Tierkreiszeichen als archetypische Symbole von fundamentalen Energiemustern und amit als ganz unterschiedliche Arten des In-der-Welt-Seins. Das Zeichen STIER hat dabei die Qualität der festen ERD-Energie (vgl. unseren dritten Brief).

Hier geht es also um eine konkrete, praktische, beharrliche und nachdrückliche Energie, die sich oft erst langsam entwickelt, dann aber sehr verwurzelt sein kann und dadurch auch fest und beharrlich. Thema ist das Reifen und Bewahren, aber auch Stabilität, Sicherheit, Geborgenheit und Schutz des Eigenraums. - Thomas Ring schildert diese Energie als das ‚stofflich Grundlegende'.

Psychologisch geht es um Festigkeit und Bewahrung, um Substanz und Wertbeständigkeit. Der Leitsatz ist oft: Ich bewahre. Ich warte ab. Ich habe - also bin ich. Oder auch: Das Bewährte hüten (vs. Loslassen). - Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken sind: Angestaute Vitalität, als Kraftfülle, weniger als sich entäussernde Dynamik erlebt - geniessende Auffassung mit empirischem, bildhaft - anschaulichem Wahrnehmen und Denken - Realismus, eher praktisch und oft haftend - bedächtiger Ausdruck: ruhig, sicher, bis hin zum Schwerfälligen.

Es geht also um die Suche nach Sicherheit, Geborgenheit, Konsolidierung, nach Substanz und Wertbeständigkeit, nach Verwurzelung und Beharrungsvermögen - Neigung zum Vertrauten und Bewährten und auch zum Festhalten und Bewahren - Sinnesfreude und Genussfähigkeit - praktischer Realismus (oft auch mit materieller Absicherung) - konkrete und beharrliche Tatkraft, auf der anderen Seite aber oft auch geduldig - dumpfes Ertragen - natürlich, gesellig, warmherzig, treu, aber auch besitzergreifend und festhaltend.

In der Mythologie wird diese archetypische Kraft durch den Minotaurus oder den Raub der Europa dargestellt. - Archetypische Gestalten sind die Schöne, der Geniesser, aber auch der Bauer und alle Hirten, Hüter und Bewahrer. - Das zu dieser Kraft passende Landschaftsbild ist eine satte, üppige Landschaft, in der alles reift und gedeiht und in der man die Erde riechen kann. Es ist kultiviertes Land mit fruchtbarem Boden.

Auf der Ebene der astrologischen Häuser geht es - wie betont - um Bereiche unseres Lebensraums. Hier repräsentiert das Zweite Haus in der Tradition alles, was mit Vermögen, Besitz, Einkommen zu tun hat. Heute wissen wir, dass es zwar um ‚Eigentum' geht, aber in einem viel weiter gefassten Sinn, nämlich um Existenzsicherung - um die Mittel, mit denen unser Selbst in der realen Welt Fuss fasst - um alles, was dem Aufbau dient und was zur Verkörperung angeeignet wird - um alles, was uns an Ressourcen für die Lebensbewältigung zur Verfügung steht, bezw. was wir brauchen. - Es geht also auch um die Mittel und Talente, die wir haben - oder besser um die Fähigkeiten, die wir entwickeln können, um ein klares Empfinden für unsere eigenen Stärken und unser Eigenwertgefühl zu bekommen.

Das Zweite Haus beschreibt, was wir besitzen oder besitzen möchten, um uns ein Gefühl von Wert und Sicherheit zu schaffen, um unsere Identität zu festigen. - Was ist unsere Substanz, von der wir zehren können? - Wie ist unsere Beziehung zu allem, was mit Besitz und Geld zu tun hat? - Wie ist unsere Einstellung zur materiellen Welt? - Was müssen wir auch festhalten, an was hängen wir, damit wir uns sicher fühlen und aus einem stabilen Selbstwertgefühl heraus leben? - Auf der sozialen Ebene geht es um Besitz, Reserven, Resssourcen, um Stabilität und Sicherheit, letztlich um das Verankern in der konkreten Welt.

Schlüsselbegriffe für das Zweite Haus sind daher: Bindung unserer Identität an den Körper - Selbstwert und Raumanspruch - Sicherheitsbedürfnisse und Selbstschutz - Ressourcen, mit denen das Selbst in der realen Welt Fuss fasst - Werthaltungen - Bezug zur materiellen Welt, Einstellung gegenüber den Dingen - Energiehaushalt und Vorratssicherung - Mittel und talente - unser reichtum an Fähigkeiten und Begabungen.

Herrscher des Zeichens STIER (und damit auch des Zweiten Hauses) ist der Planet VENUS. - VENUS repräsentiert als aufnehmende, bewahrende und ausgleichende emotionale Kraft die gefühlsmässige Neigung, Anziehung und Wertorientierung und vor allem das Bedürfnis nach Anteilnahme, Harmonie, Nähe und Erotik, aber auch das Bedürfnis nach Genuss und Sinnlichkeit. VENUS ist Symbol der weiblichen Libido und der Anima (beim Mann). Sie steht für Bezogenheit auf andere, für Austausch, Charme und Liebenswürdigkeit, für den Wunsch, die eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen und auch für Ästhetik, Ausgeglichenheit, für Lebensstil und Geschmack.

Die mythologische Gestalt, die dieses Prinzip vertritt, ist Aphrodite (Venus), die Göttin der Liebe, Spenderin der Schönheit und Fruchtbarkeit, des Friedens und der Kunst. - Archetypische Bilder sind die Muse, die Liebende, die Schöne; ihr Schtten ist die ‚femme fatale', die Hure.

Auf der psychologischen Ebene repräsentiert die Stellung der VENUS im Kosmogramm also das Bedürfnis, Liebe, Zuneigung und sinnlichen Genuss zu geben und zu bekommen, ferner unser Bedürfnis nach Zuwendung, Nähe, Angenommensein. Frauen müssen daher oft die Qualitäten ihres VENUS-Zeichens erfahren, um sich als Frau zu fühlen und zu spüren, was sie in der Liebe und der Sexualität geben und nehmen wollen; bei Männern repräsentiert VENUS mehr, was sie als anmutig, reizvoll und romantisch empfinden, was sie erotisch reizt und anzieht und was daher ihre Gefühle erregt.

Negativ erleben wir diese Kraft in uns oft, wenn sie in ihren Entsprechungen oberflächlich und äusserlich wird, z.B. als Eitelkeit, verführbarkeit, Aufdringlichkeit, Distanzlosigkeit oder bei überwertigem Luxus, in sentimentaler Zuwendung oder kitschiger Geschmacklosigkeit.


Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.

 


Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:

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