 |
|
 |
[ Astrologisches Online-Seminar ]
8. Lektion:
Wir stellen in diesem Kapitel unseres Online-Kurses das vierte astrologische Prinzip vor. Es hat das Thema
KREBS - viertes Haus - MOND
Sie erinnern sich, dass wir vom Grundgedanken ausgehen, dass die Tierkreiszeichen fundamentale Energiemuster der kosmischen Energie darstellen und von uns als ganz unterschiedliche Arten des In-der-Welt-Seins erlebt werden. Das heute besprochene Zeichen KREBS hat dabei die Qualität der kardinalen Wasser-Energie (vgl. unseren dritten Brief).
Bei diesem Grundprinzip geht es also um aktiv-zielgerichtete, oft unbewusst impulsgebende, vorwärtsdrängende emotionale, sensitive Energie mit fliessend-subtilen, empfindsamen Strömungen, die sehr empfänglich und ansprechbar ist, oft aber auch leicht irritierbar. Ihr Thema ist Empfinden und Gefühl, das kreative Erleben in Bildern. Konkret geht es also um Geborgenheit, instinktive Fürsorge, um mütterliches Nähren und Sorgen. Th. Ring bezeichnet diese Energie als ‚das seelisch Schöpferische'.
Psychologisch steht hier im Vordergrund die einfühlende, gefühlsbetonte Auffassung mit empfindsamen, feinfühligen Bewegungen, die in ihrer (vorhandenen oder auch fehlenden) Fruchtbarkeit immer durch Stimmungen ansprechbar und beeinflussbar sind. Die Auffassung ist oft intuitiv, weit und manchmal auch im Detail unscharf, das Erleben im Eigenrhythmus störbar und dadurch bei Überfremdung rasch im Rückzug. - Der Leitsatz ist: Ich empfinde und fühle. - Lebensaufgabe: Emotionale Beziehungen pflegen, Gefühle aus der Tiefe zum Ausdruck bringen vs. Wissen, wohin man gehört. - Schlüsselwort: Emotional aufnehmen und schützen.
Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken: Stoffhungrige Vitalität: ansaugend, verdauend und verarbeitend. - Empfindsam, feinfühlig, fruchtbar. - Einfühlende Auffassung. - Natürlicher Zugang zu Gefühlen und Stimmungen, zu Träumen und den Bildern der Seele. - Instinktive Fürsorge und beschützendes Einfühlungsvermögen, Sehnsucht nach Geborgenheit, Fähigkeit zu tiefen Gefühlen, Verbundenheit mit Familie und Kindheit. - Handelt instinktsicher aus unbewussten Impulsen, ehrgeizig, sozial aufgeschlossen, Helfer- und Beschützerdrang, - zugleich empfindsamer Selbstschutz mit raschem Rückzug bei Verletzung. - ‚Empfinden der Welt', Neigung zu Traum und Romantik, empfindsam, sensibel, beeindruckbar, hingabefähig. - Braucht emotionale Verbundenheit und Bestätigung durch andere, dadurch oft auch besitzergreifend, fürsorgliches Anklammern.
In der Mythologie gehören zu dieser Kraft alle Gestalten der Grossen Mutter, die Vielzahl der Mondgöttinnen (Selene, Persephone, Hekate, auch Thetis), sowie der Krebs, der den Herakles beim Kampf mit der Hydra in die Ferse biss. - Archetypische Gestalten sind die Mutter, die Anima, das innere Kind und (als Schatten) die Glucke, die verschlingende Mutter, das ewige Kind. - Landschaftsbild: Tiefer See in der Abendsonne, warm, schwer, mit leicht bewegten Wellen - und zugleich unergründlich. Vegetationsreiche Landschaften mit Teichen und Seen, Flüsse, Quellen, das Ufer, die Waldlichtung.
Auf der Ebene der astrologischen Häuser geht es - wie bereits mehrfach betont - um Bereiche unseres Lebensraums. Das vierte Haus, das Krebs-oder Mond-Haus (mit dem Imum Coeli, IC, dem tiefststehenden Punkt des Kosmogramms), bezieht sich in der Tradition der alten Astrologie auf Eltern und Familie, aber auch auf Vermögen und Erbteile der Eltern.
Gemeint ist heute zunächst einmal die Rückverbindung zum Elternhaus, zur Heimat, zu allem Angestammten, auch zur Natur. In vielen Fällen wird hier die Ursprungsfamilie zu finden sein, in die wir hineingeboren wurden, - mit ihrer spezifischen Atmosphäre und mit den Prägungen und Konditionierungen, die wir dort erfahren haben (Familie bezw. Eltern aber nicht so, wie sie ‚wirklich' waren, sondern so, wie wir sie als Kinder wahrgenommen und erlebt haben). - In diesem Zusammenhang wird hier auch das Bild des ‚verborgenen Elternteils' (gewöhnlich des Vaters) sichtbar, bezw. das archetypische Urbild dieses Elternteils.
Darüber hinaus ist mit dem vierten Haus auch immer der Bereich gemeint, wo wir unsere häusliche, ‚private' Basis haben, den eigenen Untergrund und Wurzelboden, das eigene Nest, - d.h. alles, was die Basis für unsere Identität sein kann, uns ein Gefühl für unser innerstes Selbst gibt, wo wir also unsere Wurzeln finden und von wo aus wir dem Leben entgegentreten können. Und dieser Bereich sagt etwas darüber aus, wie wir im ‚Privatleben' sind, welche Atmosphäre wir hier brauchen und uns selber schaffen müssen.
Es geht um den Grund, auf dem wir etwas aufbauen können, auch um den (kollektiven) Urgrund unserer Vorstellungs- und Gefühlswelt, der uns Geborgenheit gibt. Von hier aus kann unser Selbst sich konkretisieren. Das Gefühl des Bei-sich-Seins gibt uns unsere innere Handlungsbasis, auf die wir uns immer wieder zurückziehen können.
Wir finden hier früh geprägte Gefühlsmuster in uns, auf der sozialen Ebene die Sehnsucht nach Familie, Häuslichkeit, Heimat, die Suche nach Tradition und Eingebundensein, aber auch das Verlangen nach der Intimität des Privatraums. - Bleibt hier ein Defizit, so wird dies häufig projiziert auf Menschen, die von uns abhängig sind, vor allem auf Kinder.
Schlüsselbegriffe für das vierte Haus sind daher: Wurzelboden - Familie, Tradition, das ‚Private' - Herkunft und Zugehörigkeit - frühe prägende Beziehungen - Nestgefühl und Urvertrauen - Basis für die Konkretisierung des Selbst.
Herrscher des Zeichens KREBS (und damit auch des vierten Hauses) ist der MOND : In der Mythologie wird dieses Kräfteprinzip dargestellt durch die dreifaltige Göttin als Ausdruck der Lebenszyklen: Artemis (Diana) als die Jungfrau, Selene (Luna) als die reife Frau und Hekate als die alte Frau. Artemis ist auch Schutzgöttin der Schwangerschaft und der Geburt, Hekate Herrscherin der Unterwelt, auch Göttin der Zauberei und der Magie; sie sendet Dämonen auf die Erde, um die Menschen zu quälen. - Archetypen dieser Kraft sind die Anima, die Mutter (das mütterlich Weibliche) und das Kind.
Der MOND als Symbol der rhythmischen Lebensbeseelung steht also für das Gemüt, die Welt der Gefühle, für das Unbewusste. Er repräsentiert die Kraft der Bilder in uns und die innere Bewegung der damit verbundenen Gefühle und Stimmungen. - Die weibliche, sensible, eher aufnehmende und veränderlich fliessende, das YIN-Prinzip betonende MOND-Kraft zeigt sich in Empfänglichkeit, im emotionalen Mitschwingen, sowie in der stimmungshaften Tönung des Erlebens. Wichtig ist dabei das Bedürfnis nach Angenommen- und Geborgensein, auch die Sehnsucht nach emotionaler Zugehörigkeit.
Körperlich hat die MOND-Kraft mit dem Flüssigkeitshaushalt, vor allem mit dem Lymphstrom zu tun, überhaupt mit dem vegetativen Wachsen und mit den Körper- und Entwicklungsrhythmen, sowie mit den Zyklen der Fruchtbarkeit (Gebärmutter) und auch mit dem Magen.
In gestörter Form zeigt sich diese Kraft oft in Empfindlichkeit, Launen, Unsicherheit, Verstörtheit und emotionaler Hemmung, vor allem in der Hemmung, seine Gefühle zu zeigen (oder überhaupt wahrzunehmen).
Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.
Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:
=> zum Diskussionsforum "Online-Seminar"
|
|
 |