 |
|
 |
[ Astrologisches Online-Seminar ]
9. Lektion:
Wir stellen in diesem Kapitel unseres Online-Kurses das fünfte astrologische Prinzip vor. Es hat das Thema
LÖWE - Fünftes Haus - SONNE
Das zugehörige Tierkreiszeichen (als das entsprechende fundamentale Grundmuster der kosmischen Energie) ist das feste FEUER-Zeichen LÖWE (vgl. unseren dritten Brief).
Bei der Energiequalität dieses Grundprinzips zeigt sich in der grosszügig ausstrahlenden, schöpferischen, ganzheitlich gestaltenden und wärmenden Energie, die da sein und in ihrer jeweiligen Erscheinung wahrgenommen werden will. Th. Ring bezeichnet sie als das ‚willensmässig Zusammenfassende'. - Bei ihrer Thematik geht es vor allem um Selbstverwirklichung und Selbstdarstellung, um persönliches Handeln und nicht zuletzt um Anerkennung und Bestätigung dafür. - Der Leitsatz ist: Ich gestalte und zeige mich dabei. - Lebensaufgabe: Würdiger, bedeutsamer Mittelpunkt sein vs. Einfachheit und Klarheit. - Schlüsselwort: Lebendigkeit, Selbstvertrauen, Handlungsfähigkeit.
Mythologisch stehen für dieses Prinzip Herakles und der nemeische Löwe, alle Sonnenhelden (wie eben Herakles) und Sonnengötter (Ra, Helios, Apollon etc.). - Archetypische Gestalten sind der König, der Herrscher, der Held und (als Schatten) der Despot, der Pascha, der Autoritäre und der Angeber, das Grossmaul. - Landschaftsbild: majestätische Weite (Wüste, reiche, prachtvolle Ebene etc.), in der alles gleisst und strahlt im Glanz der Sonne; alles darin ist grosszügig, einladend, aber auch anspruchsvoll. - Auch heisse, trockene Landschaften mit weitem Blick, sonnigen Hängen, sowie freistehende mächtige Bäume.
Psychologische Entsprechungen in Kerngedanken: Einsatzfreudige Vitalität, - angelegt zum Leben aus vollen Zügen, Alles-oder-Nichts-Prinzip mit hohem Energieverbrauch, starkes Eigenwertgefühl. - Erwartungsfrohe Auffassung: affektbeschwingt, unternehmend, spekulativ, selbstsicher, ausgreifend mit leidenschaftlichem Eintreten für Überzeugungen. - Untheoretisch, bevorzugt das plastisch Vorstellbare, sucht wirkungsvolle praktische Lösungen, zeigt Sinn für Repräsentation. - Autoritärer Ausdruck: selbstsicherer Ton, folgt in voller Selbstverständlichkeit der eigenen Überzeugung. Aufbrausend, ohne nachtragend zu sein.
Ausgeprägtes Selbstbewusstsein mit oftmals starkem Geltungsanspruch, will gern (strahlend) in Erscheinung treten, zeigt zupackenden Schwung und mitreissende Lebensfreude. Grossherzige Geste, ausdrucksvolle Gestaltung, grosszügiges Planen und Organisieren, oft aber auch Gefahr der Selbstinszenierung und des eitlen Gehabes (durchaus mit Gefühl für Dramatik). - Stolz und Drang nach Anerkennung. - Will sich selbst ausdrücken, seine Persönlichkeit entfalten und auch darstellen, seine Autonomie entwickeln. - Sucht oft mutig und mit grosszügig-gekonnter Organisation den grossen Wurf, kann sich manchmal aber auch in grossspurigem Getue verlieren. - Schöpferische Intelligenz mit starker Überzeugung und geringer Neigung zum Detail (dazu braucht es andere). - Herzlich, grossmütig, liebt das Gefühl der eigenen Wichtigkeit, bleibt dadurch aber oft auch abhängig von der ständigen Bewunderung und Bestätigung durch andere.
Körperliche (physiologische) Entsprechungen: Motorische Gesamtregulation durch die Herztätigkeit und die Mechanik des Blutkreislaufs: aktive Sicherung des Lebensfortgangs im gesamten Eigenraum. - Herz (mit Herzmuskel und Aorta) als Zentralorgan und Regler der Lebensbetätigung. - Blut im Oxydationsprozess, Wärmehaushalt, Puls.
Auf der Ebene der astrologischen Häuser (Bereiche unseres Lebensraums) geht es beim ‚SONNEN-Haus', dem Fünften Haus also in der alten astrologischen Tradition um Söhne, Töchter, Nachkommen. Diesem Haus wurden Erheiterung, Trost, mancherlei Geschenke und freundliche Zusammenkünfte zugeordnet. Es hiess ‚fortuna bona', das gute Glück.
Für unser heutiges Verständnis geht es bei der Thematik dieses Hauses um ein freudiges, ausstrahlendes, erlebnisintensives Hervortreten des Selbst, um das unmittelbare Ich-selbst-sein, darum also, etwas Besonderes zu sein und in dieser Besonderheit auch anerkannt zu werden. Oft zeigt sich hier auch das Bedürfnis, im Mittelpunkt der Ereignisse zu stehen. - Das kann sich in Sport und Spiel äussern, in Vergnügen und Freizeit, in allem, was wir gern und mit Freude tun und worin wir uns wohlfühlen.
Zu diesem Haus gehören aber auch die Fähigkeit und die Lust, etwas hervorzubringen, von innen heraus zu schaffen, schöpferisch zu gestalten. - Das kann sich im geistigen Schaffen zeigen, in künstlerischen Werken, aber auch in konkreten Alltagssituationen, in denen uns etwas Schönes, (subjektiv) Bedeutsames oder Genussvolles gelingt. Immer geht es also um die spielerisch gestaltende Aus- und Fortzeugung, um die ‚zeugende Kompetenz oder Konzeptionsfähigkeit' (Th. Ring), - und die kann sich in spielerischer Gestaltung von Lebenssituationen allgemein zeigen.
Kinder als physische Erweiterung unseres Selbst, als Schutzobjekte und als Träger von Lebenserwartungen gehören ebenfalls zu diesem Lebensbereich, - auch die Beziehung zu unserem eigenen inneren Kind und die Art, wie wir damit umgehen. Und schliesslich sind als Thema auch noch unsere Liebeserlebnisse zu nennen, die Art, wie wir unsere ‚Romane' gestalten - und natürlich unsere Erotik und unsere Sexualität als die Fähigkeit, andere anzuziehen, ihnen zu gefallen und als die Lust, zu lieben und geliebt zu werden.
Psychologisch geht es in dieser Lebenswelt eigentlich immer um das Bedürfnis, unsere Eigenart und Individualität zum Ausdruck und zur Darstellung zu bringen und dadurch das Gefühl der lustvoll-kreativen Lebendigkeit und Intensität zu spüren. Soziale Rollen, in denen dies leichter möglich scheint, finden wir im Kino, Theater, auf der Spielbank, auf dem Sportplatz und in vielen sozialen Situationen, in denen Selbstdarstellung möglich ist und bei Beschäftigungen, die unser Lebensgefühl steigern, - zum Beispiel auch im freien Spiel und beim Zusammensein mit Kindern. - Bei Defiziten in diesem Lebensbereich projizieren wir unsere nicht gelebten Bedürfnisse oft auf Menschen, die sich spontan zum Ausdruck bringen uns sich in den Mittelpunkt stellen können. - Hier kann allerdings auch eine ambivalente Hassliebe entstehen.
Schlüsselbegriffe für das Fünfte Haus: Lebendige Ausstrahlung und Daseinsfreude - Lebendigkeit, Intensität, Kreativität - Fortzeugung und Gestaltung - Selbstdarstellung, sich zur Erscheinung bringen, Ausstrahlung - ‚Spielwiese', Spass, alles Spielerische - Erotik, Flirt und Sexualität - Kinder.
Herrscher des Zeichens LÖWE (und damit auch des Fünften Hauses) ist die SONNE. - Die mythologische Gestalt, die der SONNE entspricht, ist weniger der Sonnengott Helios (oder röm. Sol), sondern Apollon, der Gott des hellen Sonnentags, der Musik und der Prophezeiungen, der Schutzherr der Heilkunst und der Musen, Begründer des Orakels von Delphi (‚Werde, der du bist'). Er ist der Bruder von Artemis, der Mondgöttin. - Ihm entspricht das archetypische Bild des Jünglings und des ‚hellen, lichten' Helden. Weitere archetypische Bilder sind der Vater und der König (in ihnen spiegelt SONNE das väterlich Männliche und so auch die Einstellung zur Autorität).
Die SONNE als Prinzip des Lebensschöpferischen repräsentiert also das Wesenhafte im Menschen, den Gesamtlebensantrieb, das Zentrum der individuellen Persönlichkeit, die integrierende Kraft des Selbst (im Gegensatz zur blossen bewussten Zentrierung des Ich). Sie bringt daher auf grundsätzliche Art die Vitalität, die Identität und die Richtung des Bewusstseins (Mentalität) eines individuellen Menschen zum Ausdruck. Sie zeigt (im Zusammenhang mit dem Tierkreiszeichen und dem Haus, in dem sie steht), wie ein Mensch sich selbst und seine Welt erlebt, wie er in seinen intentionalen Grundstrebungen ausgerichtet ist und wie er - aus seiner Grundhaltung heraus - mit seiner Welt und Umwelt umgeht und welches Selbstbild er hat (bezw. entwickelt).
Jeder Mensch hat natürlicherweise das Bedürfnis, sich selbst aus dieser Kraft heraus zu leben, er/sie selbst zu sein, die persönliche Lebensenergie im eigenen Schaffen zu spüren. Wird dieser Drang (u.U. bereits in der Kindheit) gestört oder blockiert, so zeigen sich nicht nur einzelnen Hemmungen, sondern die Intentionalität ist von Grund auf gestört (z.B. durch die unbewusst aufgenommenen Botschaften ‚Du sollst nicht sein', ‚Du sollst nicht du selber sein', ‚Du sollst nicht so sein, wie du bist' etc.). - Aus dem zentralen Antrieb der SONNE in uns heraus entsteht der Prozess der Individuation und auch das Streben nach Eigenwert. - In negativer (verletzter) Form kann sich diese Kraft natürlich auch in Selbstsucht, Machtbedürfnis, Geltungsanspruch zeigen, oft als Kompensation von innerer Unsicherheit und tiefer Verletztheit.
Körperliche Entsprechungen dieser Kraft finden wir in herz- und Kreislauftätigkeit, im Solarplexus, sowie in den Prozessen des Sehens und der (ganzheitlichen) Wahrnehmung.
Es ist klar, daß dieser Onlinekurs nicht den gleichen Umfang und die gleiche Intensität haben kann wie ein Einführungskurs, den Sie persönlich besuchen und der (bei uns) drei Wochenenden umfaßt. Hier können wir nur versuchen, die wichtigsten Grundgedanken der astrologischen Arbeit kurz und thesenartig zusammenzustellen, um Ihnen einen Überblick zu geben. Wenn Sie Fragen zu den Texten haben, schicken Sie uns bitte eine eMail; wir werden dann so rasch wie möglich antworte, evtl. auch öffentlich, wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist. Bei vielen Themen werden wir Ihnen auch weiterführende und vertiefende Literatur angeben, so daß Sie selbst sich weiter informieren können.
Wenn Sie Fragen oder Kommentare zu dieser Lektion haben, so können Sie diese in dem speziell von uns eingerichteten Diskussionsforum "Online-Seminar" stellen und wir werden diese für alle nachlesbar für Sie beantworten:
=> zum Diskussionsforum "Online-Seminar"
|
|
 |